Genug…

Es ist gut. Aber ist es auch gut genug?

Normalerweise stelle ich mich immer Wochen vorher auf Ostern ein. Ich dekoriere mein Zimmer und überlege mir Geschenkideen für meine Liebsten. Dieses Jahr fiel diese Vorbereitungszeit allerdings durch die späten Ferien komplett aus. Dadurch wurde die Vorbereitung etwas zwanghaft und stressig.

Innerhalb meiner Familie schenken wir uns Kleinigkeiten zu Ostern. Generell ist es so, dass ich mich bei den Geschenken für die Anderen total ins Zeug lege. Ich möchte einfach, dass der Beschenkte sich wirklich über das jeweilige Geschenk freut. Um ehrlich zu sein war ich ziemlich froh, dass meine Schwester und ich ausgemacht haben, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken. Ein Geschenk weniger, um das ich mich kümmern muss.
Als Kind habe ich ausschließlich Gebasteltes verschenkt. In die Pubertät gekommen, fand ich das total uncool und bestand darauf, nur nochGekauftes zu verschenken. Meine Mutter fand das gar nicht gut. Sie meinte, dass sie sich über Gebasteltes viel mehr freut. Aber ich wollte groß sein. Geschenke mit Geld kaufen, weil alle meine Freunde das so machten. Dass man mit dem Taschengeld nicht so weit kommt, da das Meiste doch ziemlich teuer ist, habe ich erst beim Einkaufen gemerkt. Da ich aber immer den Ehrgeiz hatte das beste Geschenk (auch, wenn es das gar nicht gibt) zu machen, gab ich teilweise viel zu viel Geld aus. Irgendwann ging es bei mir auch nicht mehr darum ein tolles Geschenk zu kaufen, sondern die Anzahl war der entscheidende Faktor. Es sah nach mehr aus, also war es das in meinen Augen auch. Es war nie genug, ich wollte immer noch einen draufsetzen. Von Jahr zu Jahr. Ich habe mir eingebildet, dass das auch irgendwie erwartet wird. Immer einen draufzusetzen. Dieses Jahr habe ich beschlossen, das Ganze ein wenig entspannter anzugehen. Statt Sachen zu kaufen, habe ich auf Selbstgemachtes gesetzt. Und ich bin überzeugt davon, dass das mindestens genau so gut ankommen wird. Ich habe zwar so gut wie kein Geld ausgegeben, dafür aber eine Menge Zeit und Arbeit in die Sachen gesteckt.
Außerdem habe ich versucht, einfach mal etwas als gut zu betrachten. Und nicht zu hinterfragen, ob es auch gut genug ist. Denn dann ist man immer unzufrieden. Alles geht irgendwie besser. Das ist der entscheidende Punkt. Es geht immer besser. Aber das Wichtigste ist doch, dass ich mein Bestes gegeben habe. Denn dann ist es auch  gut genug.

In diesem Sinne wünsche ich euch schöne und entspannte Ostertage!

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18 Gedanken zu “Genug…

  1. Es kommt nur darauf an wie viel Herzblut im Geschenkten steckt, egal ob gekauft oder nicht. Auch wenn im Selbstgebastelten immer mehr Herzblut steckt. Ich fände es z.B viel schöner wenn man dieses zwanghafte Geschenke (Weihnachten, Geburtstage) abschaffen würde und stattdessen nur dann etwas schenkt wenn man was sieht wo man weiß dass die Person sich arg doll drüber freut, man denkt in dem Moment an diejenige Welche und bringt es dann einfach mit. Groß Klein, teuer billig, Shit egal kleine Aufmerksamkeiten die ein Lächeln ins Gesicht zaubert. So kleine Gesten übers Jahr verteilt finde ich viel wertvoller als das teuerste und beste Geschenk, einfach weils von Herzen kommt. Aber ich find es super dass du deine Meinung diesbezüglich etwas geändert bzw umgedacht hast. Das zeugt von Größe, und ich wette dein Papa (?) hat sich dolle über das Geschenk gefreut. Ich hab meinem Papa auch immer viel selbst gebasteltes geschenkt hauptsächlich im Kindheitsalter. Und er hat es immer aufgehangen, aufgestellt..egal wie blödsinnig das Geschenk war. Meine Freude darüber war enorm. Er hat immer gelacht, aber freundlich und lieb, und seine Freude war echt, das konnte ich sehen. Seufz. Jetzt werd ich sentimental und muss schlucken. 😥

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    • Wenn ich selbst etwas geschenkt bekomme, dann sehe ich immer gleich ob es von Herzen kommt. Das sieht man schon daran, dass eine Person auf den eigenen Geschmack eingeht und nicht zwanghaft dir etwas andrehen will, was gar nicht zu dir passt und nur den Geschmack der Person trifft. Mit den Gesten stimme ich dir vollkommen zu. Sie sind wirklich um einiges wichtiger, als große, geplante Geschenke.
      Liebe Grüße!!

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  2. Also … back to the roots?
    Ich finde, das mit dem Schenken sollte i-was damit zu tun haben, dass man den anderen mag. Und insofern zählt für mich immer das „an einen denken“. Und nicht das WAS.
    Wobei ich mit Ostern ohnehin immer so mein Problem hab. Als hätte das jemand erfunden.
    So wie den Muttertag oder den Valentinstag …. wozu braucht man sowas?

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    • Ich finde, dass Schenken sehr persönlich ist. Man muss den anderen kennen, um zu wissen, was dem anderen gefällt. Deswegen ist mir auch immer wichtig, dass Geschenke persönlich sind. Ich denke, dass es selbstverständlich ist, dass die Geschenke auch Ostern für ihre Werbung nutzen. Ich finde das allerdings nicht sehr negativ, solange man sich immer den Ursprung des Festes in Gedanken ruft…

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  3. finde ich klasse!!!! Selbstgemachtes ist so viel schöner, weil die Arbeit darin steckt und man sich Gedanken gemacht hat…..es geht doch letztendlich um die Idee……hab tolle Ostern, LG Ann

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  4. ebenso!!!!! bei uns gibts immer das gleiche: Von meinen Eltern ü-Eier und 5 euro und wir schenken nichts. Uns geht es nicht in erster Linie ums schenken, sondern ums zusammen sein. Meine Mama holt seit Jahren die ü-Eier und darüber freuen wir uns wie kleine Kinder! Wenn dieses Ritual wegfallen würde, dann würde was fehlen! 🙂 Aber schlimm wäre es trotzdem nicht…..viel wichtiger: Konsum einschränken und Liebe genießen!

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  5. Was mir zu Geschenken generell aufgefallen ist: In den südlichen Ländern geht es viel mehr um den (äußeren) Eindruck des Geschenkes, bei uns um die Idee hinter dem Geschenk. Eigentlich kann man sich an beides gewöhnen, aber der Unterschied ist trotzdem interessant. Wie dem auch sei, ein gesegnetes und fröhliches Osterfest wünsch ich dir 🙂

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