Schlafen als Hobby…

Ich schlafe gerne. Meistens bin ich, wenn ich nichts vorhabe, die letzte, die ihren Hintern aus dem Bett schwingt. Wobei ich zugeben muss, dass selbst dann das Aufstehen kein freiwilliger Prozess ist. Viel mehr geht es einher mit dem Wegziehen meiner Decke und als Reaktion darauf verärgertes Grummeln meinerseits. Aber auch, wenn ich schließlich auf beiden Füßen stehe, bin ich lange nicht wach. Meine Füße sind noch im Schlafmodus und steuern schnell mal die falsche Richtung an, was ich natürlich immer zu spät merke, da meine Augen nur gerade weit genug geöffnet sind, um zu registrieren, dass es für die vollkommene Freilegung meiner Pupillen einfach zu hell ist. Schließlich will ich nicht erblinden. Auch mein Gehirn ist noch nicht funktionsfähig, denn die einzigen Ideen, die mir morgens so durch den Kopf schwirren, beinhalten mich einfach wieder ins Bett zu legen und weiterzuschlafen.

„Du hast genug Zeit und wenn es knapp wird, dann lässt du einfach das Schminken weg“ ist nur ein Gedanke, der fast alltäglich auftritt. Leider bin ich Meisterin der Selbstmanipulation, daher befindet mein funktionsunfähiges, morgendliches Gehirn die eigenen Ideen fast immer für großartig und richtet sich danach. Heißt in einfachen Worten: Ich schlafe einige wenige Minuten länger und befinde mich danach im totalen Stress.

Obwohl ich, wie man mittlerweile langsam mitbekommen haben sollte, den Schlafprozess beinahe zu meinen Hobbys zählen kann, sträube ich mich Tag für Tag davor früh ins Bett zu gehen. Am Abend lässt es sich für mich einfach am kreativsten, effektivsten und besten arbeiten. Für mich ist also das Schulsystem, welches elendiges Weckerstellen und das Schreiben von Klausuren in den frühen Morgenstunden beinhaltet, vollkommen ungeeignet. Da ich auch nicht einsehe meine besten Stunden des Tages, die den Abend einnehmen, zu verschlafen, verbringe ich die ersten Schulstunden meistens sehr schläfrig an meinem Pult.

Eine weitere Sache ist das Essen. Wenn ich müde bin, und die Müdigkeit am morgen hält wie bereits erwähnt mehrere Stunden an, dann habe ich absolut keinen Hunger. Sowieso kosten das Kauen und Schlucken des Essens, genauso wie das Heben der Arme, um die Kost zum Mund zu führen, Energie, die ich morgens einfach aufbringen kann, weil sie schlicht und einfach nicht vorhanden ist. Nur mein Magen macht dem ganzen immer wieder einen Strich durch die Rechnung, in dem er einfach nach purer Lust und Laune anfängt zu plärren. Und es geht dabei nicht um ein leises Murren. Nein, der Lärm den der veranstaltet bringt mir die Aufmerksamkeit der gesamten Klasse inklusive des vornestehenden Lehrers ein, was dazu führt, dass ich augenblicklich alles daran setze mir meine Schläfrigkeit nicht mehr anmerken zu lassen, während ich empört zu meiner Nachbarin schaue, um die anderen der Herkunft des Knurrens betreffend ein Stück weit zu verwirren. Denn auch bei Schläfrigkeit – der Spaß darf nicht fehlen!

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Ich bin behindert…

Worte, die der Wahrheit entsprechen. Die auf mich zutreffen. Leider.

Mein Blog ist mir in letzter Zeit sehr ans Herz gewachsen. Ich schreibe Gedanken, die sonst nur in meinem Kopf existieren würden, nieder und teile Vieles. Viel Persönliches. Lange habe ich überlegt, ob ich es erzählen soll. Aber es gehört zu mir. Ist ein Teil von mir und daher habe ich mich dafür entschieden.

Ich habe eine Behinderung.

Seit meiner Geburt habe ich eine Muskelschwäche, die mich einschränkt. Als Außenstehender verbindet man mit Behinderung oftmals einen Rollstuhl und ein „anderes“ Aussehen. Aber das trifft auf mich nicht zu.  Meine Behinderung wirkt sich lediglich auf meinen Körper aus. Das Gehirn ist nicht betroffen. Ich kann auch „normal“  leben. Nur bin ich etwas eingeschränkt in meinem Tun und Handeln. Ich kann mich ganz „normal“ fortbewegen, allerdings kann ich nicht rennen. Allgemein kann man sagen, dass ich einfach schwächer als Andere bin. Körperlich versteht sich.
Es fällt mir schwer meine Krankheit zu beschreiben, zu erklären. Vielleicht liegt es daran, dass sie keinen Namen hat. Noch nicht. Man kann schließlich nichts benennen, wenn man den Ursprung nicht kennt. Und den kennt man in meinem Fall nicht. Noch nicht. Es wird noch geforscht. Scheinbar hat kein anderer Mensch so etwas. Zumindest ist kein anderer Fall bekannt.

Ich bin ein Einzelfall. Etwas „Besonderes“, wie die Ärzte es oft nennen. Hört sich gut an. Ist es aber nicht. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es einfach ist. Wenn ich behaupten würde, dass ich mir manchmal nicht wünsche „normal“ zu sein. Aber Wünschen hilft nicht. Macht es nicht besser. Und vor allem bringt es nichts. Ich lebe damit. Das muss ich wohl. Und ich kann mit meiner Behinderung umgehen. Habe mich damit zwangsläufig abgefunden und arrangiert. Schließlich kenne ich es ja auch nicht anders. Ich frage mich, was ich alles erzählen soll. Was wichtig ist und was auch von Belangen ist.

Letztens hat mir ein Arzt „meine“ Akte hingelegt. Die war dicker als so manches Buch, welches ich gelesen habe. Und ich lese dicke Bücher. Ich war ernsthaft erstaunt. Beim besten Willen weiß ich nicht, wie ich diese Seiten hätte füllen können.
Mit diesem Beitrag möchte ich kein Mitleid erwecken. Das möchte wirklich ich nicht. Und das brauche ich auch nicht. Vielleicht bin ich körperlich nicht stark, aber geistig bin ich fit.
Meine Behinderung gehört zu mir, deshalb möchte ich sie hier in meinem Blog erwähnen. Ich schreibe schließlich über mein Leben und mich. Und die Krankheit gehört dazu. In letzter Zeit sind mir häufig Texte in den Sinn gekommen, die ich gerne aufschreiben und veröffentlichen würde. Aber sie wären teilweise unverständlich, wenn man diese Hintergrundgeschichte nicht kennt.

Es ist mir wichtig, dass man mich nicht in eine Schublade steckt, auf der „schwach“ steht. Allgemein mag ich keine Schubladen. Ich bin ich und lasse mich nicht einordnen. Und mich macht weit mehr aus, als nur meine Muskelschwäche. Natürlich ist sie ein Teil von mir, aber ich möchte mit mehr als nur mit ihr assoziiert werden. Denn keinen macht nur eine Behinderung aus. Mich erst Recht nicht!