Achterbahn der Gefühle…

Der Puls fährt hoch. Und wieder runter. Innerlich drehe ich durch. Die Emotionen spielen verrückt. Momentan befinde ich mich in der Prüfungsphase und eine Klausur jagt die Nächste. Und damit auch ein Gefühl das Andere. Verzweiflung löst Euphorie ab. Die wiederum wird verdrängt von Unsicherheit. Ungewissheit darüber, ob man genug gemacht hat. Ob das Getane ausreicht. Einen Moment fühle ich mich, als hätte ich alles im Griff. Im nächsten Augenblick entgleitet mir jegliche Sicherheit. Ich versuche sie verzweifelt aufzufangen. Sie wiederzubekommen. Aber merke wie ich den Zweifeln langsam nachgebe. Und anfange aufzugeben. Doch dann übermannt mich wieder das Gefühl der Entschlossenheit. Mein Ehrgeiz fängt mich auf und nimmt das Ruder in die Hand. Ich schwimme eine Weile sicher und ungestört vorwärts. Bis sich mir ein Stein in den Weg legt, der zu einer innerlichen Blockade führt. Ein Hindernis, was nur mit viel Kraft aus dem Weg geräumt werden kann. Manchmal verharre ich einen Augenblick, manchmal eine Weile länger. Solange, bis ich genug Stärke gesammelt habe. Um dann die negativen Gedanken zu verbannen. Gänzlich. Sodass der Weg wieder frei ist. Ich durchstarten kann. Und hoffentlich auf einer Erfolgswelle reiten werde.

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Quelle von allem Schönen…

Es ist der Anfang. Und kann das Ende bedeuten. Der Ursprung des Lebens. Und Auslöser vom Tod. Es schafft Lebensraum, schafft Hoffnung. Wenn man geschafft ist, kann es die notwenige Energie geben. Es gibt Antrieb. Treibt alltägliche Prozesse voran, treibt uns an. Es berührt uns und lässt sich gleichzeitig nicht von uns berühren. Zeitlich ist es schwer zu erfassen. Es bedeutet Wohlfühlen, Geborgenheit und Wärme. Aber es kann auch anders. Kann sich von seiner kühlen und kalten Seite zeigen. Es tritt immer anders auf. Mal in natürlicher Form, mal ist es künstlich. Es kann aufdringlich sein, aber auch zurückhaltend. Es zeigt sich in unterschiedlichen Farben. An unterschiedlichen Orten. Oft genügt ein Blick nach oben. Aber nicht immer. Manchmal ist es eine Entscheidung. Oft aber auch naturgegeben. Ob es sich steuern lässt, hängt von seiner Quelle ab. Einschalten und ausschalten. An und aus. Oft möglich. Übergänge schaffen. Manchmal möglich. So oder so. Wir brauchen es. Sind angewiesen auf seine Anwesenheit. Ebenso auch auf seine Abwesenheit. Wenn es weg ist, schlafen wir ein vor Müdigkeit. Und werden wacher, wenn es wieder da ist. Manch einer braucht es auch zum Einschlafen. Kann nicht ohne. Nächtlich dann in seiner sanftesten Form. Denn ewig seiner vollen Intensität ausgesetzt zu sein, würde einen zum Durchdrehen bringen. In Momenten, in denen man vor Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit durchdreht, kann es einen aufblicken lassen. Dann gibt es im Augenblick der persönlichen Dunkelheit einen Lichtblick. Denn es ist das komplette Gegenteil von Dunkelheit. Es strahlt. Ist hell und pur. Das Licht.

Schummelpaket…

Reinpassen. Sich anpassen, um dazuzugehören. Um in einer breiten Masse unterzugehen und nicht aufzufliegen. Nicht erwischt zu werden. Die Furcht vor dem Moment der Enthüllung. Indem alle realisieren, dass du hier nicht hingehörst. Fehl am Platz bist. Deplatziert. Dich platziert hast, wo du eigentlich nichts verloren hast.

Es gibt Momente, in denen man sich verliert. Man verliert jegliches Selbstvertrauen. Traut sich selbst nicht mehr. Man hört auf in Geschafftes, Getanes und Wissen zu vertrauen. Man fühlt sich fehl am Platz. In Momenten der Unsicherheit schleicht sich dieses Gefühl ein. Das Gefühl eine Heuchlerin zu sein. Anderen bloß etwas vorzuspielen. Sich selbst vorzuspielen, man gehöre hier her. Man rechtfertigt seinen Platz mit Glück. Den eigenen Erfolg mit Zufall. Eigenes Können tut man ganz ab. Andere müssen sich vertan haben. Sich getäuscht haben. Weil man selbst etwas vortäuscht. Und die Anderen auf die Illusion bloß hereinfallen. Man fragt sich, wann die Täuschung bemerkt wird.

Wann entdeckt jemand, dass ich hier nicht hingehöre? Nicht dazugehöre. Alle anderen besser sind. Besser reinpassen. Stets wissen was zu tun ist. Im Wissen voraus sind. So weit, dass Aufholen unmöglich scheint. Gefühlschaos. Man steht im Stau. Während alle anderen links überholen. Und das mit links. Mit einer Einfachheit und Lockerheit, von der man selbst nur träumen kann. Ist das alles ein Traum? Man zwickt sich in den Arm.

Und realisiert, dass man sich in der Realität befindet. Es wahr ist. Man sich getäuscht hat. Und Andere nicht täuscht. Obwohl es sich wirklich wie eine Täuschung anfühlt. Als hätte man geschummelt. Sich heimlich reingeschmuggelt. Als hätte man hier nichts verloren. Dabei hat man nur sich selbst kurz verloren. Aber auch wiedergefunden. Seinen Platz gefunden. Einen verdienten, erarbeiteten Platz. Also nimmt man Platz und atmet durch. Denn man ist kein Schummelpaket.

Streben nach fremden Glück…

Eine links. Die andere Einkaufstüte rechts. Das Plastik schnitt unangenehm in die Haut zwischen Zeigefinger und Daumen. Während sie schnellen Schrittes vorwärts ging, drohte der Knoten ihres Mantelgürtels langsam dem Druck des Windes nachzugeben. Das würde zur Freilegung des fingerbreiten Kaffeeflecks auf ihrem weißen Lieblingspulli führen. Der Morgen war bereits kein guter gewesen. Sie hatte verschlafen, sich unterwegs beim Bäcker ihren morgendlichen Kaffee geholt und mit dem ersten Schluck direkt das Verbrennen ihrer Zungenspitze gemerkt. Vor Schreck hatte sie den Pappbecher fallen gelassen. Nachdem sie auf der Damentoilette des Büros ihren Pulli vergeblich mit Seife und Wasser bearbeitet hatte, zog sie sich einen Blazer über. Dankbar nahm sie zur Kenntnis, dass so immerhin kein anderer ihr Frühstück zur Sicht bekam. Der Pulli war noch Stunden danach klamm. Während sie von ihren Kunden beschimpft wurde, dachte sie darüber nach, was sie für ihre Kinder abends kochen würde. Gestern hatte sie dem Kleinsten Pfannkuchen versprochen. Und sie hatte kein Mehl mehr zuhause. Nach Feierabend langte sie über den Schreibtisch nach ihrer Tasche. Dabei fegte sie den Becher mit den gelben Bleistiften herunter. Als sie sich auf den Boden kniete, protestierten ihre Knochen knackend. Genervt sammelte sie die Stifte und abgebrochenen Spitzen auf, stand schmerzenden Rückens wieder auf und zog ihren Blazer aus. Dann hing sie ihn über die Lehne ihres unbequemen Stuhls. Die Chefin hatte den Vorschlag neuer Stühle abgelehnt. Genauso wie letzte Woche ihre Bitte um eine Gehaltserhöhung. Erschöpft lief sie zu ihrem Auto. Sie hatte morgens keinen Parkplatz gefunden und es daher weiter weg als gewöhnlich geparkt. Ein Blick auf die Benzinanzeige brachte sie zu einem Zwischenstopp bei der Tankstelle. Benzin war teurer geworden. Das Wechselgeld von 15,43 € bekam sie in Münzen zurück. Sie nahm es ohne ein Wort zu sagen hin. Zu müde war sie. Im Supermarkt entdeckte sie dann auf dem Weg zum Mehl einiges, was ihrem Kühlschrank die gähnende Leere nehmen würde. Die zwei Plastiktüten füllten sich schnell. Ihren Stoffbeutel hatte sie zuhause. Beim Einpacken des Gekauften wurde sie aufgefordert sich zu beeilen. Der hinter ihr wartende Kunde hatte es scheinbar eilig. Jetzt trug sie die Tüten zum Auto. Komplett erschöpft. Da sah sie einen jungen Mann mit Handy am Ohr an ihr vorbeigehen. Sicherlich war er nicht einmal halb so alt wie sie. So jung und sorgenfrei. Für einen Moment wünschte sie sich sein Leben.

Er stand komplett neben sich. Eigentlich wollte er nach der Uni nur noch Brot und Aufstrich für den nächsten Morgen kaufen. Sein kleiner Bruder wartete bereits auf ihn zuhause. Der Vater war geschäftlich unterwegs. Seine Mutter hatte er nie kennengelernt. Im Gang mit den Backwaren klingelte sein Handy. Unbekannte Nummer. Eine junge Frau fragte zunächst nach seinem Namen. Dann, ob er einen Augenblick hätte. Es sei dringend. Er solle sich doch einmal kurz hinsetzen. Nachdem sie hörte wo er war, schlug sie mit sanfter Stimme vor einmal an die frische Luft zu gehen. Draußen angekommen redete sie. Ein Satz reichte aus. Seine kleine Welt zerplatze. Vater hatte einen Unfall gehabt. Die Frau redete weiter. Er konnte ihr längst nicht mehr folgen. Kurz drehte sich alles, sein Kopf pochte. Gedanken überschlugen sich, übertönten ihre Worte. Dann setzte er sich in Bewegung. Wie fremdgesteuert. Er wusste nicht wohin. Oder doch. Er musste zu seinem Wagen. Er musste etwas machen. Starren Blickes überquerte er den kleinen Parkplatz. Das gelbe Licht der grellen Beleuchtung schmerzte in seinen Augen. Er blinzelte eine Träne weg. Da fiel eine Frau in sein Sichtfeld. Sie war ordentlich gekleidet und wirkte organisiert. Durchstrukturiert. Sicherlich hatte sie eine perfekte Familie. Ihr Leben im Griff. Für einen Moment wünschte er sich ihr Leben.

Wir vergleichen uns. Gleichen Schwächen und Stärken ab. Freude und Leid. Und das alltäglich. Meistens unterbewusst. Ohne ein Bewusstsein dafür zu haben, dass Vieles uns verborgen bleibt. Wir oberflächlich sind. An der Oberfläche kratzen und uns oft bloß mit unseren eigenen Vorstellungen messen. Die realitätsfern sind. Wir interpretieren Positives in den uns völlig fernen Gegenüber ein und messen unsere eigenen Gedanken und Gefühle damit.

Aber wer ist frei von schlechten Momenten? Momenten der Trauer, des Leids.

Wer ist komplett perfekt? So ganz ohne Zweifel, Macken und schlechte Angewohnheiten.

Wer ist immer glücklich? Hat nie ein Unglück erlebt und ist stets zufrieden.

Auf der anderen Seite ist das Gras grüner. Schon als Kind habe ich das gehört. Aber warum wollen wir eigentlich immer etwas anderes, etwas von Anderen. Auch, wenn es womöglich gar nicht da ist. Aus Gesichtsausdrücken leiten wir Charakterzüge ab. Aus Erfolg, ein glückliches Leben. Aus einem Talent, eine tolle Persönlichkeit. Irgendwo zeigt das ewige Streben nach Mehr, dass wir einen Antrieb haben. Allerdings bringt es auch zum Vorschein, dass es schwer fällt zu verweilen. Einfach zu genießen. Vielleicht sollten wir uns darauf konzentrieren eigene Glücksmomente zu erkennen. Und uns nicht mit erdachten Gefühlen Anderer auseinanderzusetzen. Denn wir wissen nie wie es in Anderen aussieht. Uns selbst kennen wir. Und wir können eigenes Glück spüren. Uns daran erfreuen und einen Moment verweilen. Nach einer Weile können wir uns dann weiter auf die Suche machen. Nach dem nächsten Glücksmoment.

Allgemeines Lebensrisiko…

Er rauchte nicht. Trank nicht. Schaute immer zweimal nach links und einmal nach rechts. Dann erst überquerte er eine Straße. Im Straßenverkehr war er stets aufmerksam. Nahm Risiken wahr und dementsprechend ernst. Hielt sich lieber zurück. Sah zunächst nach vorne. Dann erst ging er einen Schritt. Er scheute blindes Handeln. Sah genau hin. Und dachte nach. Danach handelte er. Stets gut überlegt. Mögliche Folgen mehrfach bedacht. Er überdachte sein Leben. Immer. Und dann fiel in seinem Studentenzimmer die Glühbirne aus. Mal wieder die über seinem Bett. Also stieg er drauf. Herunter fiel er. Und starb sofort.

Sie fürchtete sich nicht. War furchtlos und abenteuerlustig. Lebte ihr Leben. Unbedacht. Doch beachtlich. Sie liebte Gewitter im Wald. Eislaufen auf dem halb zugefrorenem See in ihrem Heimatdorf. Sie nahm Getränke von Fremden im Club stets dankend an. Lief danach in der Dunkelheit mit Kopfhörern in den Ohren nachhause. Ihre Umgebung nahm sie dabei nur verschwommen wahr. Alkohol und Nikotin hatten ihre Sinne getrübt. Wenn ihre Füße sie nicht mehr trugen, streckte sie ihre Hand aus. Und fuhr per Anhalter weiter. Sie liebte das Risiko. Adrenalin. Unkontrollierbare Momente. Kontrollverlust. Sie lebte ihr Leben dementsprechend. Gab oft Kontrolle ab. Gab es auf alles zu überdenken. Im Altenheim schlief sie eines Abends in ihrem Bett ein. Und wachte am nächsten Morgen nicht wieder auf.

Wie lebt man? Also richtig. Im Sinne von alles mitnehmen. Erleben. Nichts verpassen. Wie lebt man richtig? Also gegenteilig von falsch. Wie mache ich nichts falsch. Fehler gehören dazu. Aber welche sind langfristig gut. Gut für mich. Weil ich aus ihnen lerne. Weil sie eine Weiterentwicklung anstoßen. Und welche bremsen mich. Hindern mich daran dazuzulernen. Weil ich mich womöglich nicht davon erhole. Ein Fehler mich zerstört.

Was ist erlaubt. Was darf ich. Mir und anderen zumuten. Und was erlaube ich mir lieber nicht. Worauf verzichte ich. Und gewinne langfristig deshalb.

Risikoreich leben und arm dran sein und sterben?

Manchmal scheint der Verzicht auf Risiko am besten. Aber führen wir den Gedanken daran aus. Denken wir ihn weiter und konsequent zu Ende. Es würde unser Ende bedeuten. Unser eigenes Verderben.

Es fängt an mit einer Straße. Straßenunfälle. Alltäglich. Also die Straße lieber nicht überqueren?

Es geht weiter mit Essen. Unentdeckte Allergien, mögliches Ersticken. Kommt vor. Also nicht essen?

Es hört auf mit zuhause. Ausrutschen, Fallen, sich ungünstig Stoßen. Nicht selten. Also?

Was ist die Schlussfolgerung? Für mich ist es leben. Zu leben. Dabei stets abzuwägen. Manchmal auch einfach nicht nachdenken. Denn ein Risiko ist immer da. Mal ist es geringer. Mal ausgesprochen hoch. Und doch ist es unausgesprochen sicher. Das einzig Sichere. Verlässlich wie unser Tod. Bis dahin ist alles unklar. Klarheit können wir lediglich mit diesem Bewusstsein schaffen. Es uns bewusst machen, dass wir viel nicht wissen. Unwissend sind über den Ausgang vieler Anfänge. Und, dass Risiko alltäglich ist. Also bleibt uns nicht anderes übrig, als unseren Alltag zu leben. Und froh darüber zu sein. Dass wir selbst etwas erleben. Dass wir Leben beginnen und enden sehen. Dass wir selber leben. Lebendig sind. Lass uns einfach leben. Auch wenn es machmal nicht einfach ist.

Du bist Gold wert…

Gold glänzt. Ist wertvoll. Sein Wert erkennbar. Zumindest wenn es funkelt. Wenn es andere erhellt. Aber es kann sein Strahlen verlieren. Durch Vernachlässigung. Nicht kümmern. Wenn es unbekümmert links liegen gelassen wird. Es verschmutzt. Zwar ist es noch wertvoll. Aber nur all jene wissen um seinen wahren Wert, welche sein Inneres bereits gesehen haben. Es kennen. Es im strahlendem Zustand erleben durften. Oder Potential in ihm gesehen und sich gekümmert haben. Und es dadurch langsam sein verlorenes Strahlen wiedergewonnen hat.

Aber wann sehe ich Gold? Wer ist Gold wert? Ist es wert? Und wer glänzt zwar wunderschön, aber entpuppt sich als Attrappe? Als unecht. Gekünstelt. Verlogen. Wird man betrogen? Bauchgefühl. Aber auch das täuscht. Einmal reicht. Man fällt drauf rein. Man fällt rein. In den übersehenen Abgrund. Jetzt ist man unten. Befindet sich in einem Tief. Das Tal der Gefühle. Und doch lernt man dazu. Nach dem Besinnen. Man kann noch gewinnen. Sich selbst wiedergewinnen. Man steigt langsam nach oben. Empor. Jeder Schritt scheint härter. Gleichzeitig wird man immer stärker. Zieht Kraft aus dem Gelernten. Aus Fehlern lernt man. Nun hat man ein Ziel vor Augen. Zielt darauf ab sich wiederzufinden. Und irgendwann ist man oben. An der Spitze. Kurz kraftlos. Langfristig bestärkt. Und man genießt den Ausblick. Wahrscheinlich mehr, als jeder auf der Bergspitze Wohnende. Denn die anderen sehen die schöne Aussicht. Du aber kennst die Anstrengung. Siehst Mühe und Schmerz, den der Aufstieg dich gekostet haben. Und, dass du es geschafft hast. Das ist kostbar. Unbezahlbar. Wertvoll. Du weißt, du bist es wert. Anderen. Aber vor allem dir selbst. Du bist Gold wert.

Eine zur Normalität gewordene Ausnahmesituation…

Sehnsucht nach Kontrolle. Einer Kontrolle, die es nicht gibt. Uns genommene Spontanität. Ersetzt durch Panik. Massenpanik, die sich die Waage hält mit massiver Ignoranz. Ein ewiges Abwägen von unmöglich Abzuwägendem. Man ist eingesperrt in Sicherheit, in Freiheit ist man bedroht. Man wird beobachtet, man beobachtet selbst. Achtet auf andere und auf sich. Mal verliert man jemanden dabei, manchmal auch sich selbst. Es gibt nur Verlierer. Unendliche Verluste ohne Gewinner. Wichtig ist Zusammenhalt, ein Kollektiv. Nur kollegial ist es schaffbar und machbar. Wenn auch nicht für jeden. Denn es gibt nicht den einen, den richtigen Weg. Es gibt viele Wege, wobei einige Abzweigungen sich als Sackgassen herausstellen. Und manchmal gibt es Zweige, die dem Druck nicht standhalten. Die abbrechen, zusammenbrechen. Und all das wird in Kauf genommen um den mehrheitlichen Zusammenbruch zu vermeiden. Wir meiden unsere Liebsten, wir vermeiden negative Gedanken. Hoffen, dass sie uns nicht auffressen. Und das während andere nicht mehr unbeschwert essen können. Weil ihr Leben zugrunde geht. Sie verlieren. Sie sind die Verlierer. Verlustträger. Seien es Existenzverluste. Sei es der Verlust eines Geliebten. Es wird geliebt und doch ist Zuneigung fatal. Dasein ist nicht mehr gewünscht. Zumindest nicht im Sinne von anwesend sein. Anwesenheit und Empathie haben sich gewandelt. Man ist für jemanden da, indem man fern bleibt. Fernweh tut weh. Und doch kann es vor dem Tod bewahren. Dem Bewahrheiten der schlimmsten Ängste. Angst geht mit Alltag einher. Alltäglich ist es geworden sich zu schützen. Anderen Schutz vor einem selbst zu gewähren. Weil man eine potenzielle Gefahr darstellt. Gefährlich ist es ein Risiko einzugehen. Risikoreich zu sein ist armselig. Und selig ein jeder, welcher ohne großen Verlust daraus wieder hervorgeht. Aus ihr. Der Pandemie.

Neuer Anfang eines alten Weges…

Sie legt sich in ihre Liege. Der silberne Laptop liegt mittig in ihrem Schoß. Sie klappt ihn auf. Atmet einmal tief ein. Und langsam wieder aus. Dann berührt sie mit ihren Fingerkuppen sanft die Buchstaben auf der dunklen Tastatur. Und schreibt drauf los. Erst ein wenig zögerlich. Dann, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Drei Jahre ist es nun her seit ich meinen letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Und ich habe es vermisst. Zu schreiben und meine Gedanken über nichts und die Welt zu teilen. Inzwischen bin ich 22 Jahre alt. Bin gereift und habe ein wenig mehr zu mir selbst gefunden. Weiß ein wenig mehr, was ich will und was nicht. Wer ich bin und wo ich einmal im Leben sein möchte. Zumindest in etwa. Ankommen tut man wohl nie ganz. Denn das würde Stagnation bedeuten.

Unser Leben ist ein Weg, den wir allmählich beschreiten. Mal setzen wir einen Fuß bedächtig vor den anderen. Mal rennen wir. Mal straucheln wir, fallen womöglich hin. Und stehen wieder auf. Weil wir wissen, dass wir unser Ziel noch nicht erreicht haben. Mal verweilen wir. Mal verirren wir uns. Und doch geht es immer irgendwann weiter. Wir lernen. Lernen dazu und Neues kennen. Begegnen Menschen, begrüßen sie in unserem Leben. Beschreiten mit ihnen gemeinsam unseren Weg. Manchmal trennen sich die Wege. Unterschiedliche Richtungen werden eingeschlagen. Man verabschiedet sich. Vielleicht trifft man später noch einmal auf einander. Vielleicht aber auch nicht. So oder so. Man macht weiter, geht weiter. Denn es gibt viel zu sehen, zu erleben, zu lernen. Über das Leben, über sich selbst. Aus Fehlern und aus schönen Momenten. Aus anderen Menschen, die einen lehren, inspirieren und Freude bereiten. Sie zeigen einem Richtungen, Versionen und regen einen zum Nachdenken an. Über nichts und die Welt.

So wie man selbst etwas aus zwischenmenschlichen Beziehungen mitnimmt, gibt man auch anderen etwas. Sei es Mut. Sei es Hoffnung. Sei es eine Option. Denn Optionen gibt es immer. Jeder Moment ist eine Entscheidung. Für etwas. Und gegen etwas anderes. Zeit ist kostbar. Wir entscheiden immer wieder neu mit wem wir sie verbringen möchten. Was wir in der uns verbleibenden Zeit machen möchten. Wem wir sie schenken. Wem wir Aufmerksamkeit schenken und in welchen Momenten wir lieber unaufmerksam bleiben. Wann wir verweilen und genießen. Wann wir davongehen und mit wem. Wann wir alleine sein möchten und wann wir zusammen einen Weg beschreiten. Weil es gemeinsam einfacher für beide ist. Gegenseitige Unterstützung einem notwendig erscheint. Und weil es mehr Freude macht.

Ich habe mich dazu entschieden den Weg des Bloggens weiter zu gehen. Weil es mir Freude bereitet. Und ich hoffentlich zum Nachdenken anregen kann. Einen Austausch anstoßen kann. Es fühlt sich richtig an. Ich hoffe, dass ich diesen Weg nicht alleine beschreite. Dass alte Weggefährten wieder zu mir finden. Und neue Wegbegleiter dazukommen. Auf einen neuen Anfang. Oder das Weiterführen von nie Beendetem. Denn der Weg endet nie. Und ich laufe weiter. Gerade voller Vorfreude.

Frühlingsgefühle…

Die Sonne streckt noch langsam ihre Fühler aus, während die Mücken gnadenlos bereits alles und jeden zerstechen, was nicht bei drei wieder im Haus ist.

Die Pollen wehen durch die Lüfte und sorgen für einen Umsatzanstieg bei Unternehmen, die Taschentücher verkaufen und Waschanlagen, in die zu Haufe gelbe Autos fahren.

Die meisten Menschen laufen, trotz des Blicks am Morgen auf die Wetterapp, entweder im Kleid durch den Schatten oder im Mantel durch die pralle Sonne.

Doch trotz der kleinen Unannehmlichkeiten,  die der Frühling mit sich bringt, ist er immer noch unter den Top Vier der atemberaubendsten Jahreszeiten:

Obwohl man sich ausschließlich von Eis ernährt, hat man das Gefühl man würde aufgrund der Fässer Schweiß, die man täglich füllt, mindestens zehn Kilo abnehmen.

Obwohl man nur Ameisen und Mücken zu Gesicht bekommt, hat man aufgrund der von Vogelgesang geprägten Geräuschkulisse das Gefühl man wäre kommunikativ wie nie.

Der Frühling ist doch herrlich.
Regenbogen

 

Im Café…

Vertieft in ein Gespräch und trotzdem aufmerksam genug um die Flugbahn einer Wespe zu beobachten, die von einem Tisch zum anderen fliegt, sitze ich da. Die Tische neben uns sind frei, lediglich ein älterer Herr mit sich lichtendem Haar und Hornbrille starrt versunken in die aufgeschlagene Zeitung vor ihm. Kurz abschweifend denke ich darüber nach, was die aufgeschlagene Seite des beidseitig bedrucktem, schwarz-weiß Exemplars ihm wohl an Neuigkeiten vermittelt. Ob der alte Mann bei den neuen Schrecklichkeiten etwas fühlt oder ob er ein neutraler Leser ist und die Nachrichten lediglich auf sich einprasseln lässt, sie aufschnappt, ihnen aber den Weg zu seinem Herzen verwehrt.

Die Wespe landet auf seinem dünnen, weißen Haar an der rechten Seite seines Kopfes. Der Mann merkt nichts. Er liest weiter. Die kleine Wespe scheint ihren Körper erfolgreich abgebremst zu haben. Sie schaut sich um. Entscheidet sich dazu ihre Umgebung genauer zu erkunden. Sie krabbelt näher an das Ohr. Hinter das Ohr. Das Rechte. Ich kann sie nicht mehr sehen.

Die Hand des Mannes schnellt blitzartig hervor. Sie trifft sein Ohr. Das Rechte. Die arme, kleine Wespe, denke ich. Der Mann nimmt seine dunkel gefärbte Brille von der Nase, die Zeitung liegt längst schräg auf seinem Schoß. Eine Seite droht herauszufallen. Mit rechter Hand tastet er sein Ohr ab, kratzt schließlich.

10 Sekunden. Eine Minute. Noch eine Minute verstreicht. Schließlich streicht er über sein Haar. Dort, wo die Wespe sich aufgehalten hatte. Nach hinten gleiten seine Finger. Immer, immer wieder. Schließlich liegen die paar Haare wieder glatt an der Haut. Ich erblicke die Wespe. Sie krabbelt am Boden entlang. Direkt zwischen seinen Füßen befindet sie sich nun. Nur einmal müsste er seinen rechten Fuß minimal nach links bewegen. Es wäre ihr Ende.

Aber seine Füße bleiben fest auf dem Boden, rühren sich nicht. Der Herr setzt sich seine Brille wieder auf. Plötzlich bewegt sich sein Kopf. Wenn er jetzt die Wespe erblickt – es würde für sie nicht gutausgehen. Er dreht sich um. Schneller, als ich es ihm zugetraut hätte. Sein Blick fällt auf mich. Böse schaut er mich an.
Glück gehabt, kleine Wespe, denke ich und starre zurück.