Herbstgefühle…

Die Tage werden kürzer, kälter, düsterer und doch hat der Herbst seinen ganz eigenen Charme. Die goldene Blätterdecke reflektiert einzelne Sonnenstrahlen, die es geschafft haben die graue, einheitliche Wolkendecke zu durchbrechen, welche hartnäckig den Himmel eingenommen hat. Trotz sinkender Temperaturen, Regen und matschigen Straßen, hat der Herbst auch eine warme Seite an sich. Er sorgt für so ein manches wohliges, heimisches Gefühl im Herzen, welches sich langsam ausbreitet. Sei es, wenn man nachhause kommt und sich fühlt, als würde man langsam auftauen oder wenn man einen heißen Kakao trinkt, während man aus dem Fenster schaut und dabei zusieht wie die Wolken sich entleeren und ein gleichmäßiger Nieselregen gleichmäßig auf die Straßen herabfällt. Während die Blätter an den Bäumen weniger werden, nimmt die Vorfreude auf Weihnachten und den ersten Schnee zu. Obwohl man sich oft verflucht, dass man sich nicht noch wärmer angezogen hat, sorgt die Kälte letzendes dafür, dass alle näher zusammenrücken, beisammen sind. Der Nebel verhüllt einem draußen zwar die Sicht, doch drinnen werden die Gespräche klarer, tiefgründiger. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Man steht bei Dunkelheit auf, man schläft bei Dunkelheit ein. Kuscheldecken, Kuschelsocken und Kerzen sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Während sich viele Tiere in ihren Unterschlüpfen verkriechen, werden die dicken Wollpullis aus den Schränken hervorgeholt. Die Straßen werden leerer, die Schränke mit den Süßigkeiten voller. Während man durch die Kälte schwächer wird, werden die Gefühle stärker.  Erkältungen verbreiten sich, während der Egoismus abnimmt. Es gibt ein Miteinander, man ist beieinander, man denkt an einander. Kastanien, Bucheckern und rosige Wangen. Blätter, Pfützen und Duftkerzen. All das gehört für mich zum Herbst, welcher einzigartig wird durch seine vielen, vollkommen unterschiedlichen Eigenschaften, welche miteinander verschmelzen. Immer wieder. Jedes Jahr aufs Neue.
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Illusionen in der Realität…

Schon immer haben mich optische Täuschungen und Illusionen fasziniert. Ich erinnere mich daran, dass ich mir als Kind früher unzählige optische Täuschungen angeschaut habe und immer wieder aufs Neue vollkommen verblüfft war. Und obwohl der Zauber groß war,  schwang doch immer irgendwo der Gedanke mit, dass der Gestalter der optischen Täuschung letztendlich auch darauf aus war, einen zu überlisten, die Augen, die Gedanken eines jeden zu verwirren, sie zu überführen.

Noch aufregender sind für mich daher die optischen Täuschungen, die zufällig entstehen. Schnappschüsse, die für großen Wirbel sorgen, weil verschiedene Personen Verschiedenes darauf sehen. Letztes Jahr gab es beispielsweise einen riesigen Wirbel um den Schnappschuss eines Kleides, welches einige als schwarz-blau angesehen und andere wiederum, mich selbst eingeschlossen, es ganz klar als gold-weiß erkannt haben. Tatsächlich ist das Kleid schwarz-blau, was allerdings nur die Minderheit auch erkannte.

Heute habe ich ein Bild gesehen, welches auch langsam die Runde macht.
Was seht ihr spontan, wenn ihr es euch anschaut?

Also ich persönlich war anfänglich total verwirrt. Ich sehe weiße Streifen auf den Beinen und war mir nicht wirklich sicher was die zu bedeuten haben. Eine tiefgründige Bedeutung gibt es wohl auch nicht wirklich. Es handelt sich lediglich um weiße Farbe. Doch was ist daran besonders?

Einige Stimmen im Internet haben sich zu Wort gemeldet und mitgeteilt, dass sie eingeölte Beine erkennen.
Der eine sieht also weiße Streifen, der andere eingeölte Beine. Eine ganz ungewollt entstandene optische Täuschung, die die Gemüter spaltet und mal wieder für Verblüffung sorgt. Ich freue mich schon wieder auf die nächste ungewollte Illusion!

Das Ende einer Pause…

Manchmal braucht man Zeit. Ein wenig, ein wenig mehr, ganz für sich selbst. Es gibt Sachen, die gehen nicht ohne Zeit, die bekommt man einfach nicht hin, wenn man unter Druck steht, wenn tausend andere Gedanken einem durch den Kopf schwirren und man in jeder freien Minute versucht ein Auge zuzubekommen. Damit man genug Kraft hat. Für den nächsten Tag, die nächsten Stunden, die Arbeit, die darauf wartet erledigt zu werden, die Sachen, die so dringend getan werden müssen. Die einfach nicht verschoben werden können, nicht aufgeschoben werden dürfen. In diesen Tagen ist man innerlich verloren. Verloren in der Arbeit, in dem Tun und Handeln und der vollkommenen Konzentration, die von einem gefordert wird. Und man verliert dabei den Gedanken an sich selbst, an die Dinge, die einem Spaß machen. Denn Zeit dafür hat man ja sowieso nicht. Und oft wird aus diesen Momenten ein längerer Zeitraum, eine längere Zeit, in der man gefühlt keine Zeit hat. Und wenn so eine Phase, voller Stress und Zeitdruck dann endlich mal vorüber ist, heißt das keinesfalls, dass man selbst auch vollkommen damit abgeschlossen hat. Denn irgendwo ist man innerlich immer noch in dieser Phase gefangen, braucht erst einmal ein wenig Zeit für sich selbst um zu realisieren, dass sie vorbei ist, diese Phase, dass man wieder Zeit hat. Für sich, für unbefangene Gedanken, für die Dinge, die einem Spaß machen. Man muss sich langsam aus dieser Blase voller Druck vortasten und wenn sie dann zerplatzt muss man es erst einmal auf sich wirken lassen und vor allem sich Zeit nehmen. Denn man befindet sich in eine Art Schwebezustand und muss erst einmal versuchen wieder irgendwo mit beiden Füßen fest auf dem Boden zu stehen. Aber eines gibt es, was nach Pausen, die irgendwo keine wirklichen Pausen waren, weil man ja keine Zeit hatte, immer der Fall ist. Wenn die Pause vorüber ist, ist man motiviert. Motivierter als zu vor. Die Aufgestauten Gedanken wollen gehört werden, der Druck verwandelt sich in Tatendrang und die Motivation ist so groß wie gefühlt nie zu vor. Man ist motiviert zu handeln, etwas zu erschaffen, einfach zu machen. Zu schreiben, in meinem persönlichen Fall.
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Aus Freude wird Trauer…

Ich sehe auf das schwarze Brett am Eingang meiner Schule und freue mich. Morgen werden die ersten beiden Stunden Unterricht ausfallen, da kurzfristig eine Versammlung der Schüler angesetzt worden ist. Ich frage mich, was wohl der Grund dafür sein könnte, allerdings fällt mir so spontan nichts ein, was von einer solchen Wichtigkeit sein könnte. Innerlich die Schultern zuckend trete ich von dem Brett weg und meine Gedanken wandern schnell zu anderen Dingen. Nur die Freude über die ausfallenden Stunden bleibt unterbewusst hängen.

Zuhause. Am Mittagstisch fragt meine Mutter mich, ob ich einen bestimmten Lehrer schon einmal im Unterricht hatte. Ich bejahe es. Die letzten fünf Jahre war er mein Lehrer gewesen. Jung, engagiert und immer fröhlich. Was meine Mutter mir dann mitteilt, hallt in meinen Ohren wieder. Er ist tot.

Wie in eine Starre verfallen fühle ich mich. Meine Gedanken sind wie eingefroren. Nach dem Schock kommen die Fragen. Fragen, welche unbeantwortet bleiben. Und dann das Schuldgefühl. Über die Freude der ausfallenden Stunden. Über die Versammlung, die angesetzt worden war – wegen des Todesfalls. Ich kann es nicht fassen, glauben. Es fühlt sich nicht real an. Alles erscheint irreal. Ich sehe um mich herum eine Welt, fühle mich aber nicht so, als wäre ich mittendrin. Sondern eher, als wäre ich abseits davon. Ganz für mich allein, obwohl um mich herum Menschen sind. Den Kloß in meinem Hals schlucke ich herunter und versuche mich zu erinnern. An Stunden mit dem Lehrer, an ihn als Menschen. Ich bin überfordert. Es rast alles auf mich zu. Ich werde förmlich von dieser Nachricht überrollt. Diese Nachricht, die mir zeigt, dass alles endlich ist, dass es von dem einen Tag auf den anderen Tag vorbei sein kann. Dass es jeden treffen kann und dass das Schicksal vor nichts und niemandem zurückschreckt. Wissen, welches ich vorher schon hatte, begreife ich erst jetzt. Nehme ich erst jetzt wirklich war und versuche es zu verarbeiten. Doch das braucht Zeit. Es ist schlicht und einfach zu viel. Zu viel Angst, die mit einhergeht. Zu viel Schmerz, der plötzlich da ist, zu viel Trauer. Ich schiebe es von mir weg. Versuche mich frei zu machen, doch die negativen Gefühle lassen nicht los. Sie holen mich ein. Tag für Tag. Ich wache daran denkend auf, ich schlafe daran denkend ein. Es ist überall. Ein beklemmendes Gefühl, welches mich auf meine Lippen beißen lässt und mir einen Kloß im Hals beschafft. Was vor allem einfach nicht weggeht. In jeder Sekunde begleitet es mich, bei jeder einzelnen Handlung ist es anwesend. Es lässt sich nicht verscheuchen, verdrängen. Es ist wie eine große Welle, die mir die Füße unter dem Boden wegzieht und mich überrollt. Wie ein Stein auf meiner Brust, der mir die Luft zum Atmen nimmt. Erst nach einigen Tagen nimmt dieses Gefühl ab. Es wird von der Akzeptanz abgelöst. Langsam begreife ich, ich verarbeite und kann damit leben. Lebe damit und lerne daraus zu schätzen. Das Leben, die einzelnen Momente, die jeden Augenblick ein Ende habe können. Der Schock ist nun überwunden. Ebenso die Schuld und der Schmerz. Es bleibt lediglich die Trauer. Eine Trauer, die nie ein Ende finden wird.
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Traurige Wahrheit oder schöne Einbildung? | GedankenTausch…

Vor einem Monat habe ich zu meinem zweiten GedankenTausch aufgerufen. Ich möchte jedem Blogger danken, der sich dem Thema „Traurige Wahrheit oder schöne Einbildung? “ angenommen und einen Beitrag dazu veröffentlicht hat. Alle Beiträge sind meiner Meinung nach individuell großartig geworden und selbstverständlich am Ende verlinkt. Im Folgenden erst mal meine Gedanken zu dem Thema.

Es gibt diese Momente. Momente voller Trauer, die dich einfach nur umhauen. Sie überrumpeln dich, weil du nicht mit ihnen gerechnet hast. Und sie machen etwas mit dir. Verletzen dich, zeigen dir deine Verwundbarkeit auf. Aber vor allem verändern sie dich. Dein Inneres. Solche Momente sind ständig da, täglich, stündlich. Aber nur wenige von ihnen erreichen dich. Weil du sie ignorierst, sie verdrängst. Dich vor ihnen schützt, indem du die Augen vor ihnen verschließt. Sie ausblendest, sie nicht an dich heranlässt. Einfach, weil du weißt, was sie mit dir machen könnten. Was für eine Trauer sie in dir auslösen könnten, wie sie dich verändern könnten. Ausblenden ist dein Selbstschutz. Deine Art mit ihnen zurechtzukommen und mit ihnen zu leben. Überhaupt zu leben. Denn du weißt nicht, ob du lebensfähig wärst, wenn du dein Herz ihnen vollkommen öffnen würdest. Du vermutest, dass sie dich in einen Strudel der Trauer ziehen würden. Immer tiefer, immer weiter hinab. Solange, bis du schließlich ohnmächtig werden würdest. Innerlich. Ein vollkommenes Wrack wärst du dann.

Es ist für dich einfach so viel leichter die Augen zuzukneifen und mit deinen Hände dir die Ohren zuzuhalten. Dir eine Mauer um dich herum aufzubauen. Ohne Emotionen, ohne Gefühle, ohne jegliche Trauer. Es braucht schon Großes um diese eigenhändig von dir aufgebaute Mauer einzureißen. Um dich zu erreichen und dich niederzuwerfen. Dich zu verletzen. Und das ist es, wovor du schließlich Angst hast. Das Verletzen. Du hast Angst davor, dass die Verletzungen schließlich so groß sind, dass du nicht mehr aufstehen kannst. Dass sie nicht heilen werden und dir deine Luft zum Atmen nehmen.

Also hältst du die meisten dieser Momente auf Distanz und lebst in Gedanken ohne sie. In deiner eigenen Welt, in der es diese Momente schlicht und einfach nicht gibt. In deiner kleinen, perfekten Welt. Mal wagst du dich auch nach draußen in die wahre Welt, wo die traurigen Momente auf dich warten. Aber bevor sie dich überhaupt erreichen, ziehst du dich wieder zurück in deine eigene Welt. Fliehst gedanklich vor den Problemen an einen Ort, der problemlos zu sein scheint. Aber das ist er nicht. Während du in deiner Welt lebst, werden die Probleme draußen größer. Sie gehen nicht einfach weg vom Ignorieren, sondern vermehren sich auch noch. Sie nagen an deiner kleinen, eigenen Welt. Solange, bis du sie nicht mehr vollständig ignorieren kannst. Bis sie sich von dir nicht mehr übersehen lassen. Nach einiger Zeit wird deine innere Mauer bröckelig und löst sich schließlich auf. Vollständig. So, dass all die Probleme, die wahrhaftigen, traurigen Momente, auf dich niederprasseln und dir die Luft zum Atmen rauben. Dich am Schlafen hindern und nicht mehr wegzudenken sind aus deinen Gedanken. Sie halten dich wach, hindern dich daran Schönes überhaupt noch zu erkennen, geschweige denn wahrzunehmen, und fressen dich innerlich auf. Sie zerstören dich. Vollkommen.

Deswegen ist es so gefährlich die Augen vor der traurigen Wahrheit zu verschließen. Zumindest ständig. Es ist verständlich, dass man nicht immerzu alle Probleme an sich heranlassen kann. Dass man manchmal einfach fliehen muss, in eine Welt ohne jegliche Probleme, weil einem sonst alles zu viel wird. Aber wichtig ist, dass man zurückkommt. Dass man irgendwann zurückkommt, die traurige Wahrheit an sich heranlässt und ihr schließlich in ihre traurigen Augen schaut. Erst dann kann man sie begreifen, sie verarbeiten und weiterleben.

Das Verarbeiten macht einen letztendlich stärker. Es ist hart, aber am Ende ist man gewappnet. Vor neuen traurigen Momenten, mit denen man dann besser umgehen kann. Man weiß nämlich schon was zu tun ist. Man kennt den Ablauf bereits. Und man handelt mit ihnen im Hinterkopf. Jederzeit. Sie beeinflussen einen selbst positiv, können einen zum Positiven verändern, auch, wenn sie selbst durchweg negativ scheinen. Es ist also wichtig, dass man sich in seiner eigenen Welt nicht einschließt und den Schlüssel wegwirft. Manchmal ist sie, die schöne Einbildung, als Rückzugsort nicht verkehrt. Aber man sollte nie den herausführenden Weg vergessen. Denn dann verschließt man nicht nur die Augen vor der traurigen Wahrheit, sondern belügt auch sich selbst. Man kapselt sich vollkommen ab. Von der ganzen Wahrheit, von dem ganzen Leben und von sich selbst. hdr-186926_1920.jpg
Und hier die Liste aller Teilnehmer:

Hier kommt ihr zum Beitrag von marysmirror
Hier kommt ihr zum Beitrag von deutschemuslima71
Hier kommt ihr zum Beitrag von Sara alias sgkunst
Hier kommt ihr zum Beitrag von lb&m
Hier kommt ihr zum Beitrag von Claudia
Hier kommt ihr zum Beitrag von meandmyselfnowblog
Hier kommt ihr zum Beitrag von Anny Page …
Hier kommt ihr zum Beitrag von netti87
Hier kommt ihr zum Beitrag von Sabrina 
Hier kommt ihr zum Beitrag von Smamap …    
Hier kommt ihr zum Beitrag von kinder unlimited
Hier kommt ihr zum Beitrag von Ralf Hauser
Hier kommt ihr zum Beitrag von Luisa Mayr …

Ich bin wirklich überwältigt von der hohen Teilnehmerzahl und vor allem von der Qualität und Vielfalt der verschiedenen Beiträge.
Ein großes Dankeschön nochmal an jeden, der mit seiner Teilnahme diesen intensiven GedankenTausch überhaupt erst möglich gemacht hat! 

GedankenTausch Traurige Wahrheit oder schöne Einbildung

 

Hilfe, ich prokrastiniere…

Wir alle kennen es doch. Plötzlich erscheint die weiße Wand vor einem so tiefgründig, der Bleistift ist auf einmal unheimlich interessant und man muss unbedingt nochmal kurz auf das Handy schauen, damit man ja nichts verpasst. In so welchem Momenten sollten wir eigentlich etwas Anderes machen. Etwas Wichtiges, was wir vor uns herschieben. Vielleicht, weil wir Angst davor haben es anzupacken oder weil wir einfach nur zu faul. In so welchen Situationen prokrastinieren wir. Schieben Sachen unnötig auf und können uns einfach nicht dazu aufraffen mit der wesentliche Sache anzufangen. Stattdessen vertagen wir diese, weil wir zu faul sind, zu müde. Das ist natürlich der inoffizielle Teil des Ganzen. Offiziell heißt es, dass wir zu beschäftigt, zu gestresst sind und viel zu wenig Zeit haben. Und das ist nicht nur der offizielle Weg, sondern diese Ausreden reden wir Anderen so lange ein, bis wir sie selbst irgendwann automatisch auch glauben. Bis wir diese Ausreden als Tatsachen abstempeln und uns mit diesen scheinbaren Tatsachen rechtfertigen. Vor allem vor uns selbst. Aber manchmal sollte man sich einfach zusammenreißen. Schluss machen mit dieser Prokrastination und Aufgaben einfach nur anpacken. Auch, wenn sie komplex erscheinen und nach viel Arbeit aussehen. Wenn wir uns zusammenreißen, dann können wir es schaffen. Und die Wand wird nicht plötzlich die Farbe wechseln, daher müssen wir sie nicht die ganze Zeit anstarren. Dafür haben wir später auch noch Zeit.
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Schlechte Verliererin…

Ja, ich bin eine schlechte Verlierern, ich gebe es schon zu. Wenn ich bei einem Gesellschaftsspiel verliere, dann ärgere ich mich. Manchmal habe ich schlechte Laune und bin ein wenig mürrisch. Aber das liegt daran, dass ich mich angestrengt habe. Dass ich ehrgeizig bin und das Ziel hatte zu gewinnen.

Es ist doch nur ein Spiel.

Dieser Satz macht mich immer ein kleines bisschen sauer. Denn natürlich ist es irgendwo nur ein Spiel. Aber nichtsdestotrotz möchte man ja gewinnen. Wenn man das nicht wollen würde, warum spielt man dann überhaupt?

Ist doch nur Spaß.

Natürlich ist es Spaß. Ich spiele aus Spaß mit meiner Familie Karten- und Brettspiele und trotzdem ärgert sich jeder von uns, wenn er verliert. Irgendwo ist es nur Unterhaltung und ein schöner Zeitvertreib dazu. Aber wenn man nach einer langen Zeit feststellt, dass man verloren hat, erscheint die Zeit im Nachhinein nicht halb so wertvoll genutzt, wie bei einem Gewinn.

Sei nicht so verbissen.

Beim Spielen kommt es ja meist auf das Miteinander an. Auf das Zusammensitzen und die gemeinsame Beschäftigung. Es kommt auf die Gespräche an, sowie auf das gemeinsame Lachen und Spaß haben. Und trotzdem ist in einem ein kleiner Teil, dem es nur um das Gewinnen geht. Und dieser Teil von einem selbst ist enttäuscht, wenn man verliert. Wer wäre man, wenn es einem vollkommen egal wäre? Wenn man einfach darüber hinwegsehen würde?  Wenn man verlieren würde und es für unwichtig erklären würde. Wenn es einen nicht mal ein kleines bisschen stören würde und man nicht irgendwo doch eine winzige Enttäuschung spüren würde. Vielleicht wäre man dann ein guter Verlierer. Aber nicht nur das. Gleichzeitig wäre man auch ein ziemlich schlechter Spieler.
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