Eine zur Normalität gewordene Ausnahmesituation…

Sehnsucht nach Kontrolle. Einer Kontrolle, die es nicht gibt. Uns genommene Spontanität. Ersetzt durch Panik. Massenpanik, die sich die Waage hält mit massiver Ignoranz. Ein ewiges Abwägen von unmöglich Abzuwägendem. Man ist eingesperrt in Sicherheit, in Freiheit ist man bedroht. Man wird beobachtet, man beobachtet selbst. Achtet auf andere und auf sich. Mal verliert man jemanden dabei, manchmal auch sich selbst. Es gibt nur Verlierer. Unendliche Verluste ohne Gewinner. Wichtig ist Zusammenhalt, ein Kollektiv. Nur kollegial ist es schaffbar und machbar. Wenn auch nicht für jeden. Denn es gibt nicht den einen, den richtigen Weg. Es gibt viele Wege, wobei einige Abzweigungen sich als Sackgassen herausstellen. Und manchmal gibt es Zweige, die dem Druck nicht standhalten. Die abbrechen, zusammenbrechen. Und all das wird in Kauf genommen um den mehrheitlichen Zusammenbruch zu vermeiden. Wir meiden unsere Liebsten, wir vermeiden negative Gedanken. Hoffen, dass sie uns nicht auffressen. Und das während andere nicht mehr unbeschwert essen können. Weil ihr Leben zugrunde geht. Sie verlieren. Sie sind die Verlierer. Verlustträger. Seien es Existenzverluste. Sei es der Verlust eines Geliebten. Es wird geliebt und doch ist Zuneigung fatal. Dasein ist nicht mehr gewünscht. Zumindest nicht im Sinne von anwesend sein. Anwesenheit und Empathie haben sich gewandelt. Man ist für jemanden da, indem man fern bleibt. Fernweh tut weh. Und doch kann es vor dem Tod bewahren. Dem Bewahrheiten der schlimmsten Ängste. Angst geht mit Alltag einher. Alltäglich ist es geworden sich zu schützen. Anderen Schutz vor einem selbst zu gewähren. Weil man eine potenzielle Gefahr darstellt. Gefährlich ist es ein Risiko einzugehen. Risikoreich zu sein ist armselig. Und selig ein jeder, welcher ohne großen Verlust daraus wieder hervorgeht. Aus ihr. Der Pandemie.