Langeweile – Luxus oder Elend? | GedankenTausch…

Vor zwei Wochen hatte ich zu dem allerersten GedankenTausch aufgerufen. Ich möchte jedem Blogger danken, der sich dem Thema „Langeweile – Luxus oder Elend?“ angenommen hat und einen Beitrag dazu veröffentlicht hat. Alle Beiträge sind meiner Meinung nach individuell großartig geworden und selbstverständlich am Ende verlinkt.
Was mir zu dem Thema eingefallen ist, könnt ihr im Folgenden lesen.

Langeweile. Was ist das eigentlich? Persönlich würde ich Langeweile in zwei verschiedene Arten unterteilen. Zum einen ist da die physische Langeweile, der Drang nach Bewegung. Ich kann mir vorstellen, dass auch Tiere diese Art der Langeweile verspüren können. Ein Pferd, welches den ganzen Tag in seiner Box steht beispielsweise. Instinktiv hat es den Drang nach Bewegung. Es würde viel lieber auf der Wiese grasen und nicht den Tag lang auf die schmutzigen Wände der Box blicken. Ich denke aber, dass diese Art der Langeweile nicht das umfasst, was wir im alltäglichen Sprachgebrauch mit Langeweile meinen.
Das ist wohl eher die psychische Langeweile. Wir wissen nichts mit uns anzufangen, haben nichts zu tun, kurz: Wir langweilen uns. Nun ist die Frage, wie man Langeweile als solches einordnen kann. Ist sie Luxus oder Elend?
Zur Beantwortung der Frage möchte ich zwei Szenarien anführen:

Szenario 1: Sie hatte einen Arzttermin um 15:00 Uhr. Pünktlich betrat sie die Praxis und meldete sich bei der Sekretärin an. Diese schickte sie ins Wartezimmer.
2 Stunden ist das jetzt her und sie sitzt immer noch in diesem menschenleeren, kargen Raum. Dummerweise ist ihr Handy ausgegangen und Zeitschriften gibt es auch keine. Sie wartet jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit und ist ziemlich genervt. Sie hat nichts, womit sie sich beschäftigen kann. Ihr ist einfach nur langweilig.

Szenario 2:  Er ist überglücklich und erleichtert zugleich. Endlich sind Ferien. In einer Woche würden sie in die Karibik fahren, bis dahin muss er allerdings das kalte Deutschland noch ertragen. Er sitzt in seinem Zimmer auf dem Bett. Eigentlich wollte er heute mit den Jungs rausgehen und Fußball spielen, aber die hatten kurzfristig abgesagt. Irgendwie weiß er nichts mit sich anzufangen. Er hat Zeit, aber keine Beschäftigung. Ihm ist langweilig. Schließlich rafft er sich auf und geht in das Zimmer seines kleinen Bruders. Der hatte ihn schon den ganzen Tag um ein Fußballspiel angebettelt. Warum eigentlich nicht, denkt er sich nun. Er hatte ja eh Zeit. Letztendlich wurde der Nachmittag doch ziemlich lustig und das abgesagte Spiel war beim ersten Tor vergessen.

Fazit:  Für mich ist Langeweile Elend und Luxus zugleich. Die pure Langeweile ist meiner Meinung nach grauenvoll, aber sie ist nur ein Symptom von etwas. Nämlich von Zeit. Überflüssiger Zeit. Und diese Zeit ist Luxus. Sobald man sich langweilt, bedeutet das, dass man tun und lassen kann was man will. Man ist uneingeschränkt, denn man hat Zeit. Wenn man mit der Zeit jedoch nichts anzufangen weiß, dann bleibt die Langeweile ein Elend. Wenn man sich allerdings eine Beschäftigung sucht, die einem Freude bereitet, dann wird sie zum Luxus. Die Frage ist immer, ob man diesen Sprung aus dem Elend zum Luxus schafft. Wenn nicht, dann bleibt sie ein Elend. Andernfalls jedoch, entpuppt sie sich als wahrer Luxus.
Langeweile Frau Studium

Hier kommt ihr zum Beitrag von pursuitofhappines
Hier findet ihr den Beitrag von Smamap  …
Hier ist der Beitrag von lb&m …

Danke nochmal für´s Mitmachen! Es war wirklich toll, die verschiedenen Gedanken zu dem Thema zu lesen.
Allgemein würde ich mich freuen, wenn ihr Feedback zum GedankenTausch hinterlasst, da ich in Zukunft gerne zu Weiteren aufrufen möchte!

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9 Gedanken zu “Langeweile – Luxus oder Elend? | GedankenTausch…

  1. Hier hätte ich gerne mitgemacht 😀 Ich war immer der Meinung: Nicht die Welt ist langweilig, DU bist langweilig! Langeweile ist für mich eine Einstellung, die ich nicht kenne. Ich habe eine enorme Gedankenfülle und Phantasie. Da ist mir selbst nicht langweilig, wenn ich mal einfach nur dasitze. Aber ich kenne Kinder wie Erwachsene, die mit dem Nichtstun nicht umgehen können und es dann Langeweile nennen.
    Nichtstun ist keine Langeweile. Viele können mit sich selbst nichts mehr anfangen und brauchen die Bestätigung von außen. Das ist eine furchtbare Gesellschaftskrankheit geworden. Schnelllebig, keine Zeit haben und was bleibt übrig? Dieses Gefühl, verloren zu sein. Eine leere Hülle. Wir entfernen uns von unserem eigenen Wesen und machen uns abhängig von der Außenwelt.

    Langweile kenne ich nicht, noch nie hatte ich ein solches Gefühl.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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    • Wenn ich mal nichts zu tun habe, dann suche ich mir eben etwas. Eine Aufgabe, Beschäftigung, irgendetwas. Aber wenn man sich der Langeweile hingibt, sie akzeptiert, dann ist man selbst langweilig, da stimme ich dir vollkommen zu. Wenn du Lust hast, kannst du gerne etwas zu dem Thema schreiben und ich verlinke den Beitrag nachträglich noch hier. 🙂 Aber nur, wenn du willst.

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Kreativität. (Gedankentausch) – lifestyle, books & more

  3. Ich weiss nur, dass ich mich als Kind oft unglaublich gelangweilt habe…..das fällt mir jetzt wieder ein…..jetzt eher selten, seit es Internet gar nicht mehr……ich bin einfach zu früh geboren worden 😉 toller Beitrag…die anderen lese ich auch noch, bin aber jetzt zu müde. LG Ann

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    • Als Kind hatte man eigentlich immer Freizeit. Zumindest ging es mir so. Zeitdruck kannte ich überhaupt nicht, daher habe ich freie Zeit auch nicht als großen Luxus wahrgenommen. Eigentlich ist es ja immer so, dass man Dinge erst richtig zu schätzen lernt, wenn man sie vermisst…

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