Tiefschläge…

Berge und Täler – aus denen besteht das Leben nun mal. Und während man versucht von einem Berg zum nächsten zu gelangen, passiert man zwangsläufig auch das ein oder andere Tal.

Das wurde einem früher schon erzählt. Im Zusammenhang mit schlechten Ereignissen, als Aufmunterungsversuch. Es kann nur besser werden. Haben sie gesagt. Aber wer weiß das schon? Wer ist sich so sicher, dass man nicht erst einmal noch weiter, noch tiefer herabsteigt – dorthin, wo die Gefühle weichen, wo es keine Kontrolle, kein Licht der Hoffnung mehr gibt. Und wenn man da gelandet ist, dann ist es vielleicht sogar egal, ob der nächste Berg vor einem liegt. Weil man einfach keine Kraft mehr hat. Ihn zu besteigen, sich wieder aufzurappeln, überhaupt etwas zu machen. Denn das Gehirn denkt auch nicht mehr normal. Es ist wie eine schwarze Wand direkt vor den Augen, als ob man in die tiefschwarze Nacht hinausschaut – nur ist kein Mond vorhanden.

Kein Licht, was einen leitet, an das man sich klammern kann, wenn man vollkommen verloren scheint, die Richtung einfach nicht kennt, beziehungsweise einfach so lange gelaufen ist, dass man sich schlussendlich nur noch auf den kalten Boden legen möchte. Ausharrend in der Kälte, in der Ungewissheit, die geprägt ist von Trauer, Zweifeln und einer Leere.

Einem Nichts, dass sich langsam in deinem Kopf ausbreitet, deine Gedanken verblassen lässt und dich vollkommen einnimmt, dich innerlich auffrisst. Und man ist zu schwach, zu erstarrt, um etwas dagegen zu tun, um dagegen vorzugehen. Eigentlich ist es auch ganz angenehm. Schließlich hindert es dich am Denken. Es hindert die negativen Gedanken daran dich noch weiter herunter zu ziehen. Denn du liegst ja schon am Boden. Tiefer kannst du nicht sinken. Denkst du, bevor der nächste Tiefschlag kommt und dich noch ein kleines bisschen weiter hinunter drückt. Auf dein Herz, deine Lunge, sodass du nichts fühlst, am Atmen gehindert wirst.

Du schließt deine Augen, starrst gegen deine Augenlider, die die pechschwarze Nacht abbilden und schläfst ein. Und du hoffst einfach nur, dass du von vereinzelten Strahlen der Hoffnung geweckt wirst, von Sonnenstrahlen. Damit du wieder die Kraft hast aufzustehen, weiterzugehen, den Berg zu besteigen und hoffentlich auf der Spitze des nächsten Bergen ein wenig Zeit bekommst um zu verweilen, um dich zu stärken, damit du den nächsten Tiefschlag überstehst. Denn eins ist gewiss: Er kommt bestimmt.
mountains-9262_1920.jpg

Advertisements

7 Gedanken zu “Tiefschläge…

  1. Du wirst die Kraft, den nächsten Berg zu besteigen, sicher finden. Dass Du wieder etwas geschrieben hast, ist schon einmal ein erster Schritt. Manchmal ist es schwer daran zu glauben, dass es wieder aufwärts geht, aber das wird es.

    Deine Worte berühren und bewegen. Damit hast Du schon einmal etwas Großartiges. Schreib Dir alles von der Seele, es muss ja gar nicht immer öffentlich sein, einfach so für Dich.

    Ich wünsche Dir jedenfalls sehr, dass es für Dich bald wieder aufwärts geht 🙂

    Liebe Grüße

    Claudia

    Gefällt 1 Person

  2. Ich kenne das nur zu gut. Das wichtige daran ist irgendwie das positive daran zu sehen. Das wir durch solche Tiefschläge reifer werden, daraus lernen und etwas auf unserem Weg mit nehmen. Sie gehören dazu, wie die Sonne und der Mond. Es ist nur wichtig, dass alles zuzulassen, damit umzugehen und daraus sein Resultat zu ziehen.

    Du sollst wissen, dass ich mich sehr freue, dass hier endlich wieder ein Beitrag steht ! Habe dich ganz schön vermisst und natürlich hoffe ich, dass in nächster Zeit häufiger etwas von dir kommt.

    Ganz liebe Grüße
    Jenni

    Gefällt 1 Person

  3. Fast ein halbes Jahr Funkstille auf diesem Blog. Dass man jetzt den Grund lesen kann, dass der Abstieg zur Talsohle seine literarische Form gefunden hat, zeigt ja wohl deutlich, dass es endlich wieder bergauf geht. Glückwunsch! Und nebenbei: „Tiefschläge“ sind kein Naturgesetz. Viele lassen sich vermeiden durch ein antikes Glückskonzept: Die verantwortliche Selbstsorge,

    Gefällt 1 Person

    • Schreiben ist für mich etwas Tolles. Man kann alles herauslassen und ich möchte es nicht vermissen. Aber eben aus dieser Liebe zum geschriebenen Wort heraus, wäre es fatal das Schreiben aus einem Zwang heraus zu machen. Es gibt Zeiten, für mich war es das letzte halbe Jahr, in denen kann man irgendwie einfach nicht schreiben. Man bekommt nichts zur Papier, empfindet auch keine Sehnsucht nach dem Schreiben und distanziert sich ein wenig davon. Irgendwann kommt aber der Punkt, wo es einen einfach packt. Die Schreiblust nimmt einen plötzlich ein und man tippt einfach drauf los – ohne einmal hochzuschauen. Und wenn man dann schließlich hochschaut, dann atmet man erleichtert auf, weil man weiß, dass man soeben die Schreibblockade überwunden hat. Tatsächlich spiegelt der Text nicht meinen Zustand des letzten halben Jahres wieder. Im Gegenteil kann ich sogar sagen, dass Vieles, was ich mir erträumt hatte, in der letzten Zeit in Erfüllung gegangen ist. Beim Schreiben des Textes hat mich eine schlechte Nachricht geleitet, die in mir etwas ausgelöst hat. Das Niederschreiben meiner Gefühle hat mir geholfen es ein Stück weit zu verarbeiten.
      Danke an Dich auf jeden Fall, dass du immer noch, auch nach dieser langen Pause, noch da bist. Das freut mich wirklich sehr!
      Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag!
      moteens

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s