Sprengstoff an meinem Laptop…

Am Flughafen angekommen bin ich im Stress. Dieses Mal haben wir nicht so viel Zeit wie sonst. Der Flieger hebt in weniger als einer Stunde ab und wir müssen uns sputen, damit wir letztendlich auch mit drin sitzen. Nachdem wir den Check In hinter uns haben, trennt uns nur noch der Sicherheitscheck von unserer letzten Station, dem Gate.
Bei der Sicherheitskontrolle angekommen ist der Stresspegel bei uns noch ein wenig gestiegen. Denn mittlerweile steht hinter unserem Gate auf den Anzeigetafeln in roten Großbuchstaben BORDING. Wir werden zu einem gesonderten Abschnitt der Kontrolle geführt, wo alles ein wenig neuer ist. Die berühmten Nacktscanner werden da unter anderem eingesetzt. Die Prozedur von dem Sicherheitscheck kenne ich mittlerweile auswendig. Alles in eine Plastikschale auf das Band legen, damit es anschließend durchleuchtet werden kann und selbst kurz im Scanner mit angehobenen Armen stehen bleiben. Meine Mutter hat meinen Rucksack in der Hand und legt ihn zu den anderen Sachen in die Schale auf das Band. Nachdem eine Frau meine Füße abtastet, weil der Scanner irgendetwas an meinem rechten Fuß angezeigt hat, warte ich auf meine Sachen. Auf einmal hält der Mann, der die Sachen offensichtlich durchleuchtet hat, meinen Rucksack in die Luft und fragt, wem dieser denn gehört. Ich mache mich bemerkbar und er fordert mich auf den Rucksack aufzumachen. Kopfschüttelnd betrachtet er meinen Laptop und sagt mir, dass man alle elektronischen Geräte gesondert hinlegen sollte. Nun muss er meinen Laptop nochmal gesondert untersuchen. Nachdem dieser dann gesondert durchleuchtet wurde, sehe ich nur, wie der Securitymann einen nahe bei stehenden Polizisten zu sich winkt. Als er dann in meine Richtung etwas sagt, was sich wie Sprengstofftest anhört, muss ich schmunzeln. Sofort denke ich an die Versteckte Kamera und grinse den Mitarbeiter breit an. Als dieser nicht zurück grinst, sondern mich böse anschaute, wird mir ein bisschen flau im Magen. Zwar bin ich mir keiner Schuld bewusst, aber ich habe im Hinterkopf, dass unter Flug gleich ohne uns abhebt. Aber das interessiert den Polizisten natürlich nicht im geringsten. Er sagt, dass er dazu von Gesetz verpflichtet ist den Laptop auf Sprengstoff zu überprüfen, da ich ihn „versteckt“ habe, und dass der Teststreifen positiv ausgefallen ist. Für mich klingt das immer noch wie ein schlechter Scherz, aber der Polizist erklärt, dass sie jetzt diesen Test wiederholen werden mit neuem Testreifen und neuen Handschuhen. „Hättest du den Laptop rausgenommen, wärst du damit durchgekommen“, erklärt mir der immer noch beistehende Securitymann und gibt mir das Gefühl, wirklich etwas Verbotenes getan zu haben. Eine andere Frau gesellt sich zu uns und erzählt, dass sie auch schon mehrmals erlebt hat, dass diese Abteilung vom Sicherheitscheck super gründlich ist. Generell finde ich das toll, denn das gibt mir auch ein Gefühl von Sicherheit beim Fliegen, aber zu dem jetzigen Zeitpunkt sind wir in Begriff unseren Flieger zu verpassen. Der zweite Test fällt zu meiner Erleichterung negativ aus, etwas anderes hätte ich mir auch nicht erklärten können. Unseren Flieger haben wir zum Glück auch noch erwischt und ich muss sagen, dass ich bei diesem Flug überhaupt keine Angst vor einem Anschlag hatte. Schließlich habe ich hautnah miterlebt, dass die Kontrollen überaus gründlich sind.

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28 Gedanken zu “Sprengstoff an meinem Laptop…

  1. Oh… Das kenne ich auch nur zu gut.
    Irgendwie bin ich immer dran. Irgendwas piept oder ich habe noch Wasser irgendwo oder vergessen, dass ich doch eigentlich doch noch irgendwo ein ganz klein bisschen makeup rumfliegen habe…
    Und dann werde ich raus gewunken und bekomme die sonder Behandlung.
    Meine Kamera habe ich mit Sicherheit schon 15 bis 20 mal abgeben dürfen (ich studiere im Ausland und fliege beinahe jeden Monat mit ryanair in Richtung Deutschland und oder zurück) auf der einen Seite sehr schön, auf der anderen etwas nervig.

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    • Oh, du sprichst mir aus der Seele! So oft habe ich schon Flüssigkeiten im Handgepäck gehabt. Merkwürdig finde ich aber, dass mir das manchmal erst nach der Sicherheitskontrolle aufgefallen ist und ich nicht rausgewunden wurden bin. Und bei mir piept es auch immer. Ziemlich komisch fand ich es diese Mal, dass mein einer Fuß gepiept hat… Manchmal denke ich wirklich, dass diese gerät willkürlich einfach anfängt zu piepen… 😀

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  2. Na wenigstens etwas. 😉 Ich überlege gerade was wohl wäre wenn man so Sicherheitsmaßnahmen auch in Bus/Bahn und Tram anwenden würde.. Bei dem was momentan so abgeht keine so dumme Überlegung, oder? Schön geschrieben! Ich war quasi live dabei, im Geschehen!😊

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    • In Bus und Bahn ist es ausgeschlossen, weil so eine Kontrolle zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Es ist unmöglich alle Passagiere zu kontrollieren. Und allein schon, dass jeder Eingang bewacht werden müsste, ist finanziell unmöglich, ganz zu schweigen von den ganzen Geräten, die dafür angeschafft werden müssten.

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      • Ja.. Aber davon mal abgesehen.. Keine dumme Überlegung, wie ich finde.. Und ich könnt mir vorstellen, dass irgendwann, wenn das so weiter geht, irgendwelche Schutzmaßnahmen eingeführt werden, wie auch immer sie aussehen würden..

        Gefällt 2 Personen

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