In der Badewanne…

Du durchbrichst die Schaumdecke und gibst dich der Schwerkraft hin. Deine Muskeln entspannen sich und du tauchst unter, spürst wie das Wasser über deinem Kopf wieder zusammenfließt und sich vereint. Es ist überall. Es umgibt dich. Und vereint sich mit deinem Körper, deinen Gedanken, dir. Es fließt in deine Ohren, umspült deine Haare und hält dich warm. Wiegt dich in Sicherheit. Deine Gedanken fühlen sich leicht an, frei, treiben im Wasser. Während der Schaum deinen großen Zeh kitzelt, entweicht ganz allmählich die angehaltene Luft aus deinem Mund und steigt in Form von Blasen gen Oberfläche. Der Auflösungsprozess des Schaumes wird von einem leisen, stetigen Knistern unterstrichen, welches die Stille durchbricht. Du befindest dich unter der Wasseroberfläche in einer Art Schwebezustand. In einer Welt ohne Zeit, ohne Raum. Die Augen sind schier überflüssig. Vor deinem inneren Auge spielt sich eine neue Welt ab. Deine Welt, entstanden aus deinen Phantasien und Gedanken. Es erscheint alles möglich, nichts ist hier unmöglich. Negatives existiert nicht. Du bist vollkommen frei, unabhängig, ungebunden und vor allem unverantwortlich, fast schon gleichgültig. In dieser Position verharrst du solange, bis die Luft in deinen Lungen knapp wird. Erst dann tauchst du auf und als dein Haaransatz die Wasseroberfläche durchbricht und du die verhältnismäßig kalte Luft in deinen Lungen spürt, bist du gedanklich wieder zurück. Zurück in der Wirklichkeit.
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10 Gedanken zu “In der Badewanne…

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