Gerüche bergen Erinnerungen…

Als ich heute morgen den Geruch von frisch gemalter Farbe einatmete, weckte das Erinnerungen. Erinnerungen an die Zeit, in der das letzte Mal mein Zimmer gemalt worden ist. Erinnerungen an die Vergangenheit. In der letzten Zeit ist mir öfters aufgefallen, dass Gerüche eine besondere Bedeutung haben. Man assoziiert mit ihnen nicht nur deren Ursprung, sondern ganze Erlebnisse und vor allem Gefühle.

Wenn ich beispielsweise den Geruch von Fruchtzwergen und Rotbäckchen vernehme, dann macht sich in mir ein Gefühl des Glückes breit. Alles kribbelt, wenn ich daran zurückdenke, mit was für Augen ich die Welt damals gesehen habe. Wie naiv ich damals war, wie gutgläubig. Ein Fruchtzwerg reichte damals, um mich vollkommen glücklich zu machen und in mir ein Gefühl der Freude auszulösen.

Wenn ich wiederum Zitronen rieche, dann schleicht sich ein ekeliges Gefühl bei mir ein. Ich muss automatisch an Hustensaft denken und an Halsschmerzen. Einfach, weil ich eine ganze Zeit lang immer einen Zitronentee getrunken habe, wenn ich krank war. Und der roch so intensiv nach Zitrone, dass mich das geprägt hat. Automatisch hat mein Gehirn den Geruch der Zitrone mit Krankssein verbunden und dem Gefühl des Ekels.

Und dann gibt es noch eine ganz besondere Art von Gerüchen. Das sind nämlich welche, die mich an etwas erinnern, die in mir etwas auslösen, nur kann ich sie nicht zuordnen. Und das macht mich schier verrückt. Denn ich weiß, dass irgendwo in mir eine Erinnerung schlummert. Ein Gefühl, was darauf wartet, dass ich mich erinnere. Und doch fehlt dieser Moment, in dem es Klick macht. Die Verknüpfung, beziehungsweise die Erinnerung daran fehlt einfach. Letzte Woche habe ich beispielsweise an einer Creme gerochen und der Geruch kam mir gleich bekannt vor. Er erinnerte mich an etwas. Etwas aus meiner Kindheit. Bloß wusste ich nicht recht an was. Ich hatte das Gefühl die Creme zu inhalieren, so sehr roch ich an der Lotion. Einfach, weil dachte, dass mein Gehirn den Geruch vielleicht zuordnen könnte. Dass der Geruch mit einer Erinnerung verknüpft werden würde. Aber das war leider nicht der Fall. Und so ließ der Geruch langsam nach und mit ihm dieses Gefühl der Erinnerung. Es verschwand wieder. Zurück in die Untiefen meines Gehirnes. Und ließ mich zurück mit der Hoffnung, dass ich es hoffentlich irgendwann einmal würde zuordnen können.
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21 Gedanken zu “Gerüche bergen Erinnerungen…

    • Manchmal macht es einfach Klick, manchmal eben nicht. In meinem Fall mit der Lotion hat es leider (noch) nicht Klick gemacht. Aber ich merke es auch oft, dass Erinnerungen kommen, wenn man loslässt. Das ist genauso wie dieses Erinnern auf Anhieb. Wenn man vergessen hat, was man sagen wollte, fällt es einem oftmals nichts ein, wenn man stark darüber nachdenkt.

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      • Ich hab eine Freundin, die ich mein wandelndes Wörterbuch nannte….wenn ich nämlich viel Kopflastiger war, dann bin ich auf bestimmte Wörter einfach nicht gekommen, aber ich habe sie absolut erklären können…so war es eben…..am Anfang war mir das sehr unangenehm und sogar peinlich (sie ist jünger als ich)….irgendwann erkannte ich die Erklär-Stärke ;)……bei Geschichten hab ich das auch…sehr intensives Gespräch, plötzlich ein krasser Ablenker und wusch….da freue ich mich dann immer, wenn ich zurück finde….

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      • Nichts ist schlimmer, als in einer Diskussion zu stecken und seine Argumente zu vergessen… 😦 Generell vergisst man immer eher was, wenn man sich darauf total konzentriert. Aber manchmal schaltet das Gehirn einfach kurz ab. Es gibt immer Ablenkungen.

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  1. Gerüche haben manchmal wirklich eine seltsame Wirkung auf einen. Man denke nur an den typischen (Zahn)Arztgeruch. Ich mag ihn, finde, dass es sauber und ordentlich riecht. Andere bringt schon allein der Geruch dazu, am liebsten wieder rückwarts rauslaufen zu wollen. 😉
    Mich macht es auch immer ganz nervös, wenn ich eine Erinnerung nicht finde. In einem ruhigen Moment, kommt sie aber ganz sicher wieder 😉

    Liebe Grüße

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    • Den Geruch von Praxen und Krankenhäusern finde ich allgemein nicht so schön, einfach weil ich damit Probleme und Kranksein assoziiere. Die Assoziation mit Gefühlen und Erlebnissen ist generell ein großer Bestandteil unserer Wahrnehmung von Gerüchen. Wenn ich einen Menschen, den ich mag, mit einem Duft assoziiere, dann wirkt der Duft auf mich angenehmer, als wenn ich das Parfum einer verhassten Person rieche.
      Liebe Grüße,
      moteens

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  2. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Geruch, den man nicht zuordnen kann. Ich sitze dann oft angestrengt da, schnuppere, bis ich das Gefühl über den Geruch verliere und ärgere mich dann… Es ist ein bisschen, wie ein Film, der stoppt. Ich habe das Bild vor Augen, aber bevor ich die Ursache des Geruchs sehe, wird es dunkel…

    Liebe Grüße > sara

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  3. Oh, das kenne ich auch sehr gut.
    Einfach gut beschrieben, es ist zum Verrücktwerden, wenn die Erinnerung nicht kommen will.
    Spannend finde ich es auch, weil zwei Menschen mit einem gleichen Duft etwas vollkommen anderes verbinden.
    Liebe Grüße 🙂

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    • Gerade bei Parfums kann man sich ja sehr uneinig sein. Es gibt sogar ein Parfum, welches (für mich) so schrecklich riecht, dass mir davon richtig schlecht wird und ich, wenn ich es in einem Laden vernehme, diesen verlasse. Den Geruch von Benzin hingegen finde ich total toll und genieße es richtig an der Tankstelle, während andere nur ihre Nase rümpfen. Die Geschmäcker sind eben alle unterschiedlich und das ist auch gut so. 🙂
      moteens

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      • Da hast du total recht. Ich kann auch sehr sehr empfindlich sein was Gerüche angeht. Beim Fahrradfahren lieeeebe ich zum Beispiel den Duft von Raps, ja und manche Benzinsorten finde ich auch nicht übel zu riechen xD 🙂

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