Nein, es wird nicht alles wieder gut…

Alles wird gut – Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe und dachte: Nein! Es wird nicht einfach wieder alles gut. Das klingt irgendwie zu einfach. Einfacher, als es letztendlich ist. Es beschönigt etwas, was ich gerade nicht beschönigt haben möchte. Etwas, wofür ich Trost brauche, welches nicht einfach Schönzureden ist. Etwas, was du nicht beschönigen sollst. Hör einfach auf damit. Es wird nicht alles wieder gut, nur weil du es sagst. Man kann schlechte Situationen nicht einfach hinnehmen und sagen, dass es irgendwann wieder gut wird. Das ist einfach der falsche Ansatz. Von Grund auf. Manchmal muss man erst das Ausmaß der Sache wahrnehmen, verstehen und akzeptieren, bevor man etwas ändern kann. Etwas so verändern, dass irgendwann alles wieder gut wird. Aber dieser Prozess des Gutwerdens muss von dir in Gang gesetzt werden. Du musst daran arbeiten. Man kann nicht einfach nur sagen, aber nicht machen. Also höre auf in schlechten Situationen diese Klausel zu verwenden. Damit geht es keinem besser. Es schafft nur Illusionen. Und hindert dich daran den Ernst der Lage zu erkennen. Und wenn du dann endlich bemerkst, dass diese Illusion nicht der Wahrheit entspricht, wirst du noch weiter zurückgeworfen. So weit, dass nicht einfach alles wieder gut wird. Auch, wenn du vielleicht etwas dafür machst. Weil du es unbedingt willst. Es ist dann einfach zu spät.
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23 Gedanken zu “Nein, es wird nicht alles wieder gut…

  1. Ich mag dahingesagte Klauseln nicht. Besonders eben diese, welche du so treffend umschrieben hast. „Alles wird gut!“ Wie oft ich diese im letzten Jahr zu hören bekam, gar hören musste kann ich gar nicht zählen. Und am Ende? Ja, am Ende wurde nicht alles wieder gut. Im Gegenteil. Nichts wurde gut, alles nur Schlimmer.. So eine blöde Floskel soll offenbar Mut bringen, und die Kraft nicht aufzugeben, selber zu Glauben. Aber ist das durch eine Floskel tatsächlich machbar, realisierbar? Oder nur ein weiterer Irrglaube? Schön geschrieben meine Liebe.

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    • Die meisten, die diese Klausel verwenden, sind wohl einfach unsicher. Unsicher oder vollkommen desinteressiert. Vielleicht wollen sie auch nicht nur dir etwas einreden, sondern auch sich selbst. Denn sie selbst wären auch überfordert, wenn nicht alles wieder gut wäre. Wüssten nicht damit umzugehen. Wissen nicht, was sie sagen sollten. Und für denjenigen, der ihn zu hören bekommt, ist es einfach nur frustrierend. Weil man selbst weiß, dass eben nicht alles wieder gut wird. Ganz liebe Grüße an dich!

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  2. Den Satz „Es wird alles wieder gut“, kommt oftmals von Menschen, die unsicher sind und nicht wissen mit den Emotionen anderer umzugehen. Aber auch, wie bereits hier erwähnt, ist es ein Zeichen von Desinteresse. Einfach mal nebenbei zuhören, „Alles wird gut“ raushauen und schnell zum nächsten Thema wechseln.

    Wenn ich merke, dass es Desinteresse ist, dann wars das auch für mich und gehe auf diese Person auch nicht mehr zu 🙂

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    • Man merkt ja immer schnell, was hinter dieser Klausel steckt. Wenn es das Desinteresse ist, dann überwinde ich mich einfach zu einem Lächeln und gehe weg. Denn warum sollte man seine Probleme mit jemandem teilen, der sie überhaupt nicht hören möchte?

      Liebe Grüße und dir einen schönen Sonntag!
      moteens

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  3. „Es wird schon alles wieder gut“ – ich hasse diesen Satz. Ich musste ihn schon so oft hören. Jedesmal wurde ich sauer, weil ich dachte: „Ach halt doch die Klappe, du weißt doch gar nicht was ich durchmache, also weißt du auch nicht, ob es wieder gut werden kann.“ Und doch haben sie Recht! Der Mensch hat die Gabe zu vergessen! Irgendwann wird die Wunde kleiner. Sie ist da, man wird auch immer eine Narbe sehen, doch irgendwann tut sie nicht mehr weh. Und so wird man irgendwann vergessen haben, wie groß der Schmerz war – man erinnert sich an die Situation aber nicht mehr an das Gefühl dabei. Und das ist gut so! – „Denn es wird alles wieder gut!“

    Liebe Grüße > sara

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    • Dass alles irgendwann besser wird, ist in den meisten Fällen unstrittig und doch muss es nicht immer gut werden. Die Wunde ist zwar kleiner geworden, doch die Narbe bleibt da und erinnert einen stetig daran. Es wird besser, der Schmerz, aber vergessen wird man ihn nicht. Es wird also wieder gut, aber anders, also zuvor. Einfach, weil man die Vergangenheit nicht vollkommen vergessen kann..
      Liebe Grüße,
      moteens

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  4. ich glaube diese Sätze „alles wird gut“ und „Zeit heilt alle Wunden“ sind Ausdruck von Desinteresse und / oder Unsicherheit. Mir sagte mal eine Person, als sie von meinem „Schicksal“ erfuhr: „ich würde dir so gerne sagen: alles wird gut! – aber das kann ich nicht! dann nahm sie mich in den Arm und lies mich weinen….hielt mich einfach fest im Arm. Das fand ich KLASSE! Das zeigte mehr Interesse und Mitgefühl als alles andere…

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    • Es ist toll, wenn Menschen nachempfinden können, was man gerade braucht. Und in diesen Momenten ist das oftmals einfach nur Mitgefühl, Trost und eine Schultern zum Weinen. Leder sind viele in solchen Situationen überfordert und überspielen ihre Unsicherheit mit Beschönigungen. Dass das von Grund auf der falsche Ansatz ist, bemerken sie meistens erst im Nachhinein.

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  5. Es hilft wirklich kein bisschen, denn dann, wenn man es hört, kann man nicht dran glauben. Viel besser wäre es, einfach zuzuhören. Oder auch mal einfach zu verstehen, dass sich das gerade scheiße anfühlt. Schönreden hilft nicht immer. Lösungen finden schon. Aber auch mal zu hören: Ich verstehe, dass es Dir damit gerade mies geht.

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  6. Danke für diese Wahrheit. Ich denke genau so! Es ist aber genau wie diese haarstreubende Floskel „Du brauchst nicht zu weinen!“ Da könnte ich erst richtig ausrasten. Warum darf ich nicht um etwas weinen, wenn es mich traurig macht. In der Kindheit hat man mir das weinen schon fast verboten. Da bekam ich das Gefühl, falsch zu sein, weil ich so tiefe Gefühle hatte und mich allem verbunden fühlte. Natürlich möchte man mit dem Satz nur helfen, aber hey, WRONG TURN! Kinder verlieren ihre Bindung zu sich selbst, werden gefühlskarg, verlieren ihre Fantasie dadurch. Ja, es hat weitreichende Folgen.

    Denn dieser Satz: „Du brauchst nicht zu weinen – alles wird gut“ ist die größte Selbstlüge, Lüge und Beschönigung, Falschheit,…. Cool down, sie wollen nur helfen Oo… Bei mir bitte nicht so!

    Liebe Grüße
    Sabrina

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    • Genau das ist es: Eine Selbstlüge. Sie reden sich selbst etwas ein und beruhigen damit auch sich selbst. Dabei wird das Problem verdrängt, beschönigt, leichter gemacht. Obwohl es das gar nicht ist. Manchmal frage ich mich, warum es gerade diese Klauseln sind, die so bekannt sind. Wenn man mal genau darüber nachdenkt, dann sind sie einfach der größte Mist.

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  7. Viele Menschen verwenden diese „Klausel“ zwar in erster Linie um ihrem gegenüber „Trost“ zu spenden, aber sie sagen diesen Satz auch zu SICH selbst. Und es wird realistisch gesehen nicht „alles“ wieder gut, aber es kann eben einiges wieder gut werden. Je nachdem wie man selbst die Situation gestaltet, oder eben wie weit der Körper/Geist im Stande ist mit zu machen, wie viele andere Faktoren eben sonst noch mitspielen…..“Es wird alles wieder gut“, klingt manchmal wie ein Mantra, dass sie sich aufsagen, aber sich der Worte nicht bewusst sind. Das ist meine Erfahrung mit diesem Satz 🙂

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    • Oft habe ich das Gefühl, dass der Satz wiederholt wird, um ihn sich selbst einzureden, um sich damit zu beruhigen. Wenn man den Satz von Anderen hört, scheint es auch oft einfach die Hilflosigkeit zu sein, die sie diese Klausel verwenden lässt. Wenn man nicht weiß, was man sagen soll, wie man Trost spenden kann, sagst man einfach diese Worte. Diese bekannten Worte, an denen doch nicht viel falsch sein kann. Ich habe das Gefühl, dass sie gar nicht großartig über die Worte nachdenken, nicht über die Wirkung und die Lächerlichkeit. Sie verwenden sie, weil sie keine besseren Worte finden.

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  8. Jo, absolut zu unterschreiben! Genauso wie „die Zeit heilt alle Wunden“. Zum einen tut sie das nicht; da muss man schon selber ran. Und zum anderen ist das nix andres wie selbsbetrug; meist von interessierter Seite abgeschoben. Wie tuts trotzdem und dem, der sowas sagt, würde man am Liebsten eine klatschen. Und zwar ordentlich, damit er es selbst erfahren kann, dass das Humbug ist

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  9. Hallo und guten Morgen.

    Jetzt fehlen mir ein wenig die Worte, um auszudrücken, was ich meine; doch ich versuche es einmal.

    Ich weiß nicht genau, woher dieses: „Alles wird gut.“ herkommt. Für mich persönlich kommt es von dem Karnevalslied „Heile, heile Gänsje“

    Nein, es wird nicht alles gut; es wird bestenfalls eben nur „so gut es eben geht“.

    Und ganz ohne Trost? Wie soll man leben? Man braucht Raum für Trost und Tränen.

    Sonst wird man blind irgendwie und nichts ist gut. Und Menschen, die sich getröstet haben und getröstet wurden, wo nur wenig Trost war; die möchten das weitergeben, was sie als Trost erleben durften.

    Es wird nicht immer so aufgenommen werden, doch es ist oft sehr gut und liebevoll gemeint.

    Ich habe dazu auch etwas gepostet.

    Liebe Grüße,
    Frank

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