Pass auf dich auf…

Wann immer ich von zuhause aus weggehe, bekomme ich ein „Pass auf dich auf“ zu hören. Generell bin ich ein sehr vorsichtiger Mensch und passe bei jeder Gelegenheit auf. Aber selbst wenn nicht, dann würde dieser Satz doch nichts daran ändern. Viel eher verändert es etwas in dem Bewusstsein der Person, die ihn einem mit auf den Weg gibt. Mit diesem Satz lindert man die eigene Ängstlichkeit, das Bewusstsein, dass dem anderen etwas passieren könnte. In den eigenen Augen stellt diese Aussage eine Art Schutzschild für die andere Person da, welches sie unantastbar macht. Ich selbst spreche diesen Satz auch nicht selten aus. Er hat eine beruhigende Wirkung auf einen selbst und verdrängt ein wenig die Besorgnis um den Menschen und das, was ihm passieren könnte.

Es ist fast schon eine Art Reflex ihn auszusprechen. Und wenn man es einmal nicht tut, hat man automatisch ein schlechtes Gewissen. Denn wenn dann tatsächlich etwas passieren sollte, würde man sich dafür die Schuld geben. Irgendwie ist es faszinierend und zugleich unheimlich, wie Worte das Bewusstsein und die Emotionen der Menschen verändern können. Man kann sich selbst mit solch einer Aufforderung beruhigen. Man kann sich selbst ein wenig die Angst und Furcht vor dem Unkalkulierbaren nehmen, vor der Gefahr an sich. Und das, obwohl der Satz bei dem anderen Menschen rein gar nichts verändert.

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14 Gedanken zu “Pass auf dich auf…

  1. Ich hre diesen Satz oft in abgewandlelter Form mit „Sei vorsichtig.“. Vor allem wenn ich Auto fahre :). Dabei bin ich eine vorrausschauende Faherin, aber gut ich weiß nicht was manche anderen Menschen immer haben wenn sie fahren wie Irre…

    Ich finde diesen Satz ebenfalls beruhigend, er zeigt das die Person möchte das ich weiterhinlebe und wichtig bin. Und auch ich sage ihn oft um meine Angst zu lindern, er ist wie eine Versicherung.

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    • Das ist eine interessante Sichtweise. Manchmal finde ich nämlich, dass diese Aufforderung eher verunsichert und einen auf die Gefahren der Welt aufmerksam macht. Manchmal kann er auch so rüberkommen, als würde man einem unterstellen nicht selbst auf sich aufpassen zu können. Gleichzeitig zeigt er die Sorge um einen. Er kann viele Emotionen auslösen und zeigen… 🙂

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  2. Ich sage auch ab und zu „Pass auf Dich auf“, und ich bin mir sicher, dass ich das auch so meine. Ich denke, der Satz dient in erster Linie zum Beruhigen des eigenen Gewissens. Man hat dann wirklich alles getan, damit der Person nichts passiert. Du hast recht, hinter solchen kleinen, anscheinend bedeutungslos dahin gesagten Sätzen verbiegt sich meistens mehr. Viele Grüße Thomas

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  3. Ich hab den Satz früher auch oft zu meinem Schatz gesagt. Indirekte Kommunikation: Sei vorsichtig = Gibt auf dich Acht, du bist mir wichtig.
    Unterdessen lass ich das aber, weil er weiss, dass er mir wichtig ist und ich ihm das besser direkt und ohne Umwege sage 🙂

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  4. Als ich noch jünger war, ging mir der Satz auf die Nerven. So ein “ du bist zu unaufmerksam “ schwang immer mit. Nun bin ich selbst Mutter und ertapp mich dabei, genau diesen Satz zu äußern. Ich zweifle dabei nicht an der Aufmerksamkeit meiner Kinder, sondern meine Botschaft ist “ ich freue mich, wenn du wieder bei mir bist“. Kinder und müssen ab einem bestimmten Zeitpunkt losgelassen werden, damit sie reifen und eigene Erfahrungen machen können. Manchmal sage ich auch nur“ ich hab dich lieb“ und meine genau das gleiche damit. LG, Mia

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  5. Perfekt analysiert….bei Kindern hat man sogar festgestellt, wenn sie balancieren oder klettern, dass dieser Spruch sie verunsichert, weil sie sich bis dahin sicher fühlten…also kontraproduktiv…ausser für die Mutter/den Vater, die sich beruhigen ;-))

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  6. Ich weiß nicht, ob der Satz wirklich so wenig Effekt auf mich hat… Als ich noch daheim gewohnt habe und meine Mutter ihn mir jeden morgen mitgegeben hat, klar aber mittlerweile ist da was anders… Mein Freund hat zu irgendeiner Gelegenheit etwas ähnliches gesagt und das hatte tatsächlich einen Effekt… Ih werde vorsichtiger seitdem ich ihn habe, vorher was da immer so eine ’nah – scheiß drauf!‘ Attitüde, mittlerweile hat sich das ein wenig relativiert… Ich weiß nicht ob es nur daran lag, dass mein Freund zu mir gesagt hat wie wichtig es für ihn ist, dass es mir gut geht und ich auf mich aufpasse aber ich glaube das hat einen großen Anteil daran…

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    • Natürlich verändert es sich etwas in dem Bewusstsein eines Menschen, wenn er weiß, dass er gebraucht wird. Nicht anders ist es ja mit Eltern, die auf einmal vielleicht vorsichtiger sind, einfach weil sie ein Kind haben und somit nicht nur für sich selbst verantwortlich sind. Ich denke, dass diese Gewissheit des Gebrauchtwerden sich in unserem Handeln widerspiegelt und uns vorsichtiger werden lässt!

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      • Allein das ‚gebraucht werden‘ ist es meiner Meinung nach nicht… Ich weiß nicht, ‚gebraucht‘ wird man immer irgendwie und irgendwo, bei mir war es einfach dieser Satz von meinem
        Freund ‚Schatz, bitte Pass auf dich auf.‘ der mir für einen Moment die Augen geöffnet hat… In meiner letzten Beziehung war das zum Beispiel anders – nur weil ich ne feste Freundin hatte hat sich mein verhalten nicht verändert… Ich glaube das gebraucht werden hat einen Einfluss aber das wichtigste war zu wissen, dass sich irgendwer Gedanken darum macht, ob es mir gut geht.

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  7. Dass der Satz „pass auf dich auf “ im Empfangenden gar nichts bewirkt, stimmt so nicht unbedingt.

    Vielleicht ist er in meinem Umfeld früher selten genug benutzt worden, vielleicht ist es meine bewusste Achtsamkeit für Wertschätzendes. Jedenfalls, wenn ich ihn höre (oder lese! ) , wird mir für einen Augenblick warm ums Herz. Denn der Satz signalisiert mir, dass ich jemandem etwas bedeute, dass ich einen Platz in der Welt habe. Und vielleicht passe ich dann ja auch ein bisschen besser auf mich auf :).

    Liebe Grüsse,
    Kathi

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    • Natürlich signalisiert der Satz einem, dass jemand sich um dich sorgt, und das kann auch etwas in dem Bewusstsein verändern, allerdings denke ich nicht, dass man dann besser aufpasst. Aber vielleicht ist das auch abhängig von den verschiedenen Personen und der Häufigkeit des Satzes. Denn wenn du diesen Satz jeden Tag hörst, verliert er irgendwann ein wenig an Bedeutung. Irgendwann ist er alltäglich und gehört dazu. Er ist dann nicht mehr besonders.

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