Mein stetiger Begleiter…

Sie unterstützt mich in allem, kann meine Gefühle verstärken oder ihnen entgegensteuern. Sie muntert mich auf, bringt mich zum Lachen. Sie kann aber auch genau das Gegenteil bewirken. Kann mich in eine traurige Stimmung versetzen und Tränen hervorrufen. Mit ihr bin ich niemals vollkommen allein. Sie begleitet mich. Ständig. Beim Aufstehen und zu Bett gehen. Ob ich Frühstück, Mittag oder Abendbrot esse. Sie ist da. Genauso, wie jetzt gerade. Sie ist fast schon eine Verständlichkeit für mich und trotzdem wird es nie langweilig mit ihr. Sie wird nicht langweilig. Wechselt ständig ihre Seiten und das auf Knopfdruck. Löst die unterschiedlichsten Gefühle in mir aus und lässt mich nie im Stich. Ich kann ihr stundenlang zuhören oder auch mal selbst die Initiative ergreifen. Mich einfach trauen und fallen lassen. Sie unterstützt mich schließlich und fängt mich gegebenenfalls wieder auf. Sie bleibt bei mir, auch wenn es gerade mal alles andere als gut läuft. Und vor allem geht es nicht nur mir mit ihr so. Oft führt sie Menschen zusammen und lässt sie gemeinsam Spaß haben. Sie begleitet aber auch traurige Momente. Momente der Verzweiflung und Wut.
Sie kann jeden einzelnen durchdringen und bewegt etwas direkt im Herzen. Ihre Vielfältigkeit ist unübertrefflich und doch kann sie sich gut an einen anpassen. Jeder sucht sich die Seite an ihr aus, die er mag. Die er gerade braucht. Und sie bietet sich für jeden an. Einige erfinden auch neue Seiten an ihr und tragen etwas zu ihrer Vielfältigkeit bei. Vor allem aber ist sie der Grund, warum bei mir nie einfach nur Stille herrscht. Sie ist einfach wunderbar, sorgt für Abwechslung und ist mein stetiger Begleiter: Die Musik.

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12 Gedanken zu “Mein stetiger Begleiter…

  1. Musik- Musik ist etwas zauberhaftes. Interessant ist auch, dass man immer schon versuch hat, Erklärungen über das Zustandekommen der Musik zu entdecken. Die Pythagoreer zum Beispiel, eine religiös- philosophische Gemeinschaft der Antike, stellten die “harmonische“ Zahlenverhältnisse ganz an den Anfang ihrer Philosophie. Es gibt viele Bücher, die sich auch heute noch mit den Zahlen der Musik und den Zahlen des Kosmos, z.B. unseres Sonnensystems befassen. Oft fällt dabei auf, dass die Zahlen dieselben sind- auf einer Lyra gezupft oder geräuschlos durch den Raum bewegende Planeten.

    Im Mittelalter gab es einen Kanon der Studienfächer, die sieben freien Künste (septem artes liberales). Die waren nach Sprache (Trivium) und Mathematik (bzw. Physik) untereilt (Quadrivium):
    Trivium: Grammatik, Rhetorik: Dialektik bzw. Logik
    Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie
    Was fällt auf? Damals war Musik noch Mathe zugeordnet, Beschäftigung der “freien“ Männer. Nun, das hat sich geändert. Wie ist das, mit Gefühlen und Musik? Und Verstand und Musik? Darüber gab es erbitterte Grabenkämpfe, kann Musik ein Programm haben (Bilder einer Ausstellung!), oder kann es das nicht? Kann Musik nur der Musik wegen geben, frei von menschlicher Deutung und Zwängen?

    Musik kann so viel, keine Wunder dass sie Angst macht. Ob Kirchenvater Augustinus Musik fürchtete oder der Islamische Staat Musik verbietet- es ist dieselbe Angst. Denn die Augen kann man schließen, die Ohren nicht. Ist Musik ein Spiegel der Seele? Vielleicht. Aber auf jeden Fall ist sie für jeden etwas anderes. Und es kommt darauf an, wie man sie hört. Vor kurzem habe ich paar Stücke von Schuhmann gespielt; ein Thema kam immer wieder vor. Mein Klavierlehrer erklärte mir, dass das der Widerstreit seiner unterschiedlichen Persönlichkeiten war- seitdem klingt dieses vorher so unbescholtene Thema mir jedes Mal gerade aufgrund seiner Unverfänglichkeit irgendwie verzweifelt und gefährlich, obwohl es dasselbe Lied ist.
    Musik kann missbraucht werden, wenn sich eine gefährliche Absicht dahinter verbirgt:
    “Die Partei, die Partei, die hat immer recht/ Und Genossen es bleibe dabei/ Denn wer kämpft für das Recht/ Der hat immer recht/ Gegen Lüge und Ausbeuterei. Wer das Leben beleidigt/ Ist dumm oder schlecht/ Wer die Menschheit verteidigt, hat immer recht. So aus Lenin’schem Geist/ Wächst von Stalin geschweißt/ Die Partei, die Partei, die Partei“

    Trotzdem- wie kann man Leben ohne Musik? Keine Ahnung.
    „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“
    Friedrich Nietzsche (Werk: Sprüche und Pfeile)

    Denn, wenn auch die Musiker nicht bleiben- die Musik bleibt.

    Hier ein Beispiel: Der Reggae-Musiker Fantan Mojah nennt seine Inspirationen, von denen nur noch einer (Bunny Wailer) lebt. Trotzdem lebt die Musik, nicht zuletzt durch ihn, weiter (btw gwan=gone, big up= großen Respekt erweisen)

    “Big up di legend called Bob Marley
    big up di legend with name Peter Tosh
    big up di legend Bunny Wailer
    and big up di legend Jacob Miller
    Dennis Brown, Gregory Isaacs
    Alton Ellis, many are gwan but not forgotten!“
    Fantan Mojah (Rasta got Soul)

    An die Musik
    “Du holde Kunst, in wie viel grauen Stunden,
    Wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt,

    Hast du mein Herz zu warmer Lieb‘ entzunden,
    Hast mich in eine beßre Welt entrückt,
    In eine beßre Welt entrückt!

    Oft hat ein Seufzer, deiner Harf‘ entflossen,
    Ein süßer, heiliger Akkord von dir

    Den Himmel beßrer Zeiten mir erschlossen,
    Du holde Kunst, ich danke dir dafür!
    Du holde Kunst, ich danke dir!“

    Gedicht: Franz von Schober
    vertont: Franz Schubert

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  2. ich habe mich während des ganzen Textes gefragt, was es wohl ist…….dabei ist es so naheliegend……mir geht es ganz genauso…….das war ein toller Text…..ich gehe jetzt Musik hören!!!

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