Die lächelnde Maske…

Jeder von uns trägt im Alltag oft eine Maske. Wir geben uns nicht so, wie wir sind. Wir sind höflich, reagieren auf Negatives gefasst und erhalten so ein künstliches Selbstbild von uns aufrecht, welches wir den anderen gegenüber präsentieren. Denen, die wir nicht so gut kennen. Wir sind nicht ehrlich. Nicht zu den anderen, nicht zu uns selbst. Die Maske ist so, wie wir uns unser perfektes Ich vorstellen. Wenn jemand böse Worte über uns verliert, dann zeigen die Mundwinkel unserer Maske trotzdem weiterhin nach oben. Lediglich unter der Maske wandern sie nach unten. Aber das sieht keiner. Weil wir es keinem zeigen. Wir sind freundlich zu Menschen die wir nicht mögen. Wir spielen etwas vor. Aber nicht nur den anderen, sondern vor allem uns selbst. Nur vor unseren Liebsten nehmen wir diese Maske ab. Präsentieren uns ehrlich. Obwohl präsentieren wohl nun das falsche Wort ist. Wir präsentieren uns nicht, sondern sind so. Wir zeigen unser wahres Gesicht. Unser wahres Ich. Und vielen passt es nicht, dass die Mundwinkel dann auch mal nach unten zeigen. Dass wir auch mal schlechte Laune haben. Wahrscheinlich streitet man deswegen öfters mit Leuten, die man mag, als mit denen, die man nicht mag. Denen zeigen wir zwar vielleicht auch mal unsere kalte Schulter, allerdings bleibt das Lächeln auf der Maske. Keiner bekommt das was dahinter steckt, all die Emotionen und Reaktionen, mit. Und reagiert wird dann nur auf die Maske. Manchmal müssen wir uns aber wohl fragen, ob es so gut ist, wenn unsere Maske gut ankommt und wir sie deshalb zu jederzeit auflassen. Oder ob wir es lieber riskieren sollten sie abzunehmen und endlich uns, so unperfekt wie wir sind, zu zeigen. In vielen Situationen lässt man die Maske wohl lieber auf. Sie schützt einen schließlich und bietet einem Sicherheit. Aber auch Distanz und gespielte Höflichkeit in Momenten der Ablehnung. Wenn uns etwas nicht passt, dann hindert sie uns daran unsere wahren Emotionen zu zeigen, unsere Meinung offen und ehrlich zu sagen. Ist es von daher nicht auch mal sinnvoll sie abzunehmen? Das Risiko einzugehen. Und zu schauen, wie auf das, was dahinter steckt, reagiert wird. Zur Not kann man sie ja auch wieder aufsetzen und einfach weitergehen. Mit einem künstlichen Lächeln. Allerdings ist ein ehrliches Lächeln, ein wahres Lächeln, doch viel bedeutender. Oder nicht?

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9 Gedanken zu “Die lächelnde Maske…

  1. Super schön geschrieben und absolut wahr. Manchmal erfordert es jedoch leider auch das Umfeld, dass man mit einer Maske durch die Gegen läuft. Gerade wenn es sich um zum Beispiel Arbeitskollegen handelt, kann man nicht mal eben dieser Person das wahre Gesicht zeigen und ihm/ihr vermitteln, was man wirklich denkt – das würde auf Dauer nur stressig werden und für mächtig Ärger sorgen 😉

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  2. Sehr wahr gesprochen. Für mich hatte ich vor ein paar Jahren beschlossen, zu versuchen, so zu sein, wie ich bin. Bestimmte Erlebnisse haben dies ausgelöst. Es hat den großen Vorteil, dass man sich die erheblichen Energien sparen kann, die dafür aufgewendet werden müssen, besagte Maske aufrecht zu erhalten. Schließlich müsste man ja mit Kraft und Energie etwas vorgeben, was gar nicht so ist. SO wie man tatsächlich ist, das kommt aber von selbst.

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    • Deine Entscheidung finde ich bewundernswert, allerdings denke ich, dass ich das nicht von heute auf morgen umsetzen könnte. Viel zu oft würde ich in den Automatismus, die Maske aufzusetzen, zurück verfallen. Aber wie du bereits geschrieben hast, sich einfach so zu geben, wie man ist, kommt wahrscheinlich von selbst mit der Zeit.

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  3. Da passe ich gar nicht ins Bild. Ich bin ein Mensch der gar nicht gelernt hat eine Maske zu tragen und ich möchte auch niemanden gefallen, ehrlich. Entweder man nimmt mich so wie ich bin oder eben nicht. Meinen Weg gehe ich so oder so, ob es passt oder nicht. Ich lasse mir den Mund nicht verbieten und bin ehrlich.
    Ich bin keine Maschine, ich bin ein Mensch. Oft verstehe ich gesellschaftliches Verhalten nicht, plädiere für mehr Toleranz und Akzeptanz. So eine Maske habe ich, bzw. hat keiner nötig. Wir sollten hinter dem stehen was wir sind und widerspiegeln. Warum verstecken ? Nein, dass hat keiner nötig.

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    • Ich gebe dir vollkommen recht, dass das sicher keiner nötig hat. Aber ich denke, dass die meisten von uns diese Maske auch unterbewusst aufgesetzt haben. In kleinen Alltagssituationen schon. Der Schuhverkäuferin, von der ich im zu vorigen Beitrag beispielsweise geschrieben habe, habe ich nicht ihre Unhöflichkeit vorgehalten. Nein, ich habe einfach lächelnd das Geschäft verlassen. Ich hatte die lächelnde Maske auf, obwohl mir auf keinen Fall zum Lächeln zumute war. Ich bewundere Menschen, die es schaffen, auch in solchen Momenten ihr Gesicht zu wahren.

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