Vertrauen…

In unserem täglichen Miteinander spielt eines eine ganz besondere Rolle. Das Vertrauen. In jedem Gespräch muss man sich überlegen, ob der Andere vertrauenswürdig ist. Ob man seinen Aussagen vertraut. Oder, ob doch böse Absichten dahinter stecken. Aber viel bedeutsamer ist wahrscheinlich noch die Frage, ob man demjenigen etwas anvertrauen kann. Ohne, dass er, sobald er sich umdreht, das Anvertraute in die Welt posaunt. An sich eine Sache des Abwägens. Gefühle und Erfahrungen beeinflussen diese Entscheidung ganz eindeutig. Aber wenn man dann jemanden als vertrauenswürdig eingestuft hat und dieser sich als das komplette Gegenteil entpuppt, dann ist das wohl das Allerschlimmste. Denn nicht nur diese Person hat  versagt, sondern man selbst ebenso. Oftmals merke ich erst später, wenn ich jemandem zu schnell mein Vertrauen geschenkt habe. Gerade wenn Angst und Entsetzen eine Rolle spielen.

Ich habe beispielsweise einen Beautyblender (die nachgemachte Version versteht sich), mit dem man gut Schminke auftragen kann. So ein Teil kostet um die zwei Euro und leistet für diesen Preis eine erstaunlich gute Arbeit. Man muss ihn natürlich irgendwann mal gegen einen Neuen austauschen, aber das ist bei den meisten Beautyprodukten ja sowieso üblich. Letzte Woche bin ich zufällig auf ein Video einer britischen Youtuberin gestoßen. In dem Video entdeckt sie Spinnen in ihrem Beautyblender, die sich da eingenistet haben und holt sie mit einer Pinzette heraus. Mir lief sofort ein Schauer über den Rücken und ich musste an meinen eigenen denken. Tatsächlich habe ich so eine Panik gehabt, dass da auch irgendwelche Tiere drin sein könnten, dass ich mich damit nicht mehr geschminkt habe. Es war eh wieder Zeit dafür ihn zu wechseln und ich habe das alte Exemplar kurzerhand rigoros aufgeschnitten. Und ratet mal was ich vorgefunden habe! Nichts.
Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ich mich geärgert habe.
Und es ist oft so, dass im Internet irgendwelche Horrorszenarien dargestllt werden. Macht bloß nicht den Fehler und googlet nach Verletzungen oder Krankheiten. Nach den Informationen aus dem Internet kann man schon sterben, wenn man sich den kleinen Zeh gestoßen hat. Den Leuten, die solche Sachen ins Netz stellen, kann man definitiv keinen Glauben schenken. Man kann ihnen nicht vertrauen. Und genau hier sind wir wieder beim Thema. Man sollte nicht zu schnell Menschen und Aussagen vertrauen, nur weil man von eigenen Gefühlen gesteuert wird. Da in den Kommentaren unter dem Video geschrieben wurde, dass in fast allen Beautyblendern irgendwelche Tiere leben, habe ich Angst bekommen und überhaupt nicht darüber nachgedacht, ob diese Aussagen vertrauenswürdig sind. Mir fallen gerade spontan auch noch diese unseriösen Websites ein, die mit irgendwelchen Abnehmmethoden werben. Dadurch, dass viele Leute diesen Methoden Glauben schenken wollen, schlucken sie ihren Argwohn herunter und vertrauen diesen Seiten im Internet blindlings. Dass das ein Fehler ist, merken sie leider meistens erst hinterher.
BB

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8 Gedanken zu “Vertrauen…

  1. Zwei Dinge u.a. prägen das zwischenmenschliche Vertrauen m.E. erheblich; die Erwartungserwartung: https://de.wikipedia.org/wiki/Erwartungserwartung und die Schweigespirale. Im Internet ist das schwieriger. Wir müssen uns zwar nicht auf wen anderes einlassen, wissen aber auch nicht, wie wir unsere Erwartungerwartungshaltung her bekommen. “Und es ist oft so, dass im Internet irgendwelche Horrorszenarien dargestllt werden. Macht bloß nicht den Fehler und googlet nach Verletzungen oder Krankheiten. Nach den Informationen aus dem Internet kann man schon sterben, wenn man sich den kleinen Zeh gestoßen hat. Den Leuten, die solche Sachen ins Netz stellen, kann man definitiv keinen Glauben schenken“ Das stimmt. Niemals mithilfe des Internets Selbstdiagnosen erstellen. Aber das hat nicht NUR mit dem Internet zu tun- ich würde das als Laie auch nicht mit dem Pschyrembel versuchen, und im Gegensatz zum Internet ist der hochwissenschaftlich. Das liegt da eher daran, dass wir uns nicht selbst vertrauen dürfen. Allerdings hat mir das Internet gezeigt, wie man Mangold schneidet oder seine Schuhe zubinden kann: https://www.youtube.com/watch?v=kNx1F82UyKU Aber Internet verschwierigt, glaub ich, die Unterscheidung zwischen vertrauenswürdig und nicht vertrauenswürdig sehr. Was ist wahr, was unwahr, gelogen oder einfach nur völlig irre? Schwierig zu sagen.

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    • Es ist einerseits gut, anderseits schwierig, dass jeder etwas ins Internet stellen kann. Wenn ich etwas recherchiere, achte ich immer genau darauf, dass meine Quellen vertrauenswürdig sind. Gerade bei Krankheiten schreiben Leute nämlich nicht nur ihr Wissen, sondern auch ihre Sorgen und Ängste auf irgendwelchen Foren nieder. Man muss auch immer beachten, welche Intention hinter dem Geschriebenen steht…

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  2. Pingback: Betrogen oder veräppelt… – moteens

    • Naja, es scheinen zumindest viele Leute geglaubt zu haben, wenn man bedenkt, dass unzählige Leute davon berichtet haben… Aber ich denke, dass das ein Einzelfall war und die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering ist, dass Spinnen im eigenen Beautyblender einnisten.

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  3. Was du über Vertrauen schreibst, ist völlig richtig. Ich denke da primär nicht ans Internet. Wohl deswegen, weil mich in den letzten Jahren ein paar Menschen, von denen ich das nicht vermutet hätte, auf’s Kreuz gelegt oder es zumindest versucht haben.
    Keine Menschen, die mir nahe standen, aber doch Menschen, denen man ein gewisses Niveau zuschreibt und von denen man sowas nicht erwartet hätte. Ob man das schon „Vertrauen“ nennt, lasse ich mal offen. Jedenfalls wird man mit jedem Mal vorsichtiger, sprich man geht immer mehr auf Sicherheit, damit einem sowas nicht wieder passiert. Schade.

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    • Das ist mir leider auch schon öfter passiert. Für mich sind Lästereien beispielsweise auch schon ein Vertrauensbruch. Man vertraut den Menschen ja in so weit, dass man sich nicht vorstellen kann, dass sie schlecht über einen reden. Als Kinder sind wir total offen gewesen und haben nicht großartig darauf geachtet, mit wem wir über etwas Vertrautes reden. Dadurch, dass wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, haben wir gelernt nur bestimmten Menschen zu vertrauen. Und immer vorsichtiger und verschlossener zu sein.

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