Männlich oder weiblich…

Vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, ob ich ein Blogger oder eine Bloggerin bin. Um ehrlich zu sein hat mich diese Frage ziemlich erstaunt. Ich habe das Gefühl, dass ich sehr viel Persönliches niederschreibe und sehr viel über mich preisgebe. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich nie geschrieben, ob ich männlich oder weiblich bin. Mich selbst habe ich immer nur als einen Teenager bezeichnet. Und das war keineswegs beabsichtigt, daher bringt mich der Gedanke zum Schmunzeln. Die Frage ist tatsächlich berechtigt.

Ich bin weiblich und finde es irgendwie urkomisch, dass manche mich eventuell als Jungen gesehen haben. Mir stellt sich Frage, ob dem so ist und woran das gelegen haben mag. Ob Jungs und Mädchen anders schreiben. Oder andersherum, ob man an einem Schreibstil das Geschlecht erkennen des Autoren erkennen kann.

Wenn ich einen Beitrag lese, dann stelle ich mir automatisch eine Person dahinter vor. Ich mache mir Gedanken darüber, wie diese Person wohl sein könnte, wie sie alltäglich so lebt. Ich bin einfach neugierig. Und automatisch lese ich den Beitrag wahrscheinlich auch ein wenig anders. Eben mit dem Gedanken an die Person, die ihn verfasst hat.

Ich respektiere das Internet sehr. Vor einiger Zeit habe ich erwähnt, dass lediglich meine Mutter und meine Schwester von diesem Blog wissen. Beziehungsweise, dass ich dahinter stecke. Und irgendwie gefällt mir der Gedanke daran. Da ich teilweise auch sehr intime Momente meines Lebens oder persönliche Gedanken hier mit euch teile, möchte ich nicht meinen Namen unter den Blog schreiben. Denn dann könnten auch Leute, die mich persönlich kennen, aber eigentlich gar nichts mit mir zu tun haben, diese Gedanken lesen. Meinen Freunden erzähle ich es nicht, da ich  auch kein Geheimnis aus meine Blog machen möchte und ich das dann ja irgendwie müsste. Wenn ich es allen erzählen würde, dann würde ich bei jedem Wort an die Reaktionen der anderen denken und würde mir überlegen, wie sie den Beitrag fänden.

Als ich angefangen habe zu bloggen, war es total ungewohnt, mich hier moteens zu nennen, aber mittlerweile schreibe das Pseudonym, ohne großartig darüber nachzudenken, unter meine Kommentare. Ich würde euch bitten zu respektieren und zu akzeptieren, dass ich meinen echten Namen hier nicht verraten möchte und es eher als Spiel anzusehen. Ihr erfahrt etwas über meine Gedanken und über mein Leben und könnt euch zu dem Mädchen hinter diesem Blog, zu mir, ein eigenes Bild machen.  Und dabei euren Gedanken freien Lauf lassen. Vielleicht ist das ja bereits passiert. Ich fände es toll.

Und jetzt die Frage an euch. Habt ihr mich als Mädchen oder doch als Jungen gesehen? Und denkt ihr, dass der Schreibstil das Geschlecht eines Menschen verrät? Und an die Blogger unter euch: Weiß euer Umfeld etwas über euren Blog? Ich bin auf eure Kommentare total gespannt!

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34 Gedanken zu “Männlich oder weiblich…

  1. Interessant. Zu weiblich/männlich fält mir auch etwas lustiges ein. Bei der Namenswahl meines kleinen Bruders (er heißt Michele – [miˈkɛle]) haben uns die Behörden solange genervt,bis wir ihm noch einen zweiten Vornamen geben mussten, weil der erste angeblich nicht eindeutig männlich ist. Nun- im Italienischen ist Michele einfach die männliche Form von Michael (weibl. wäre Michela-> Michaela). Tja, darum heißt er jetzt noch Giovanni. Aber erst einmal waren wir baff erstaunt. Verwechselten die was mit Micheline, Michèle (bzw. Michelle) oder so? Nun, es stellte sich durch brasilianische Freunde heraus, dass es dort dieselbe Form gibt (und außerdem auch noch die englische Form von Michèle ohne Akzent).

    Etwas erheiternd fand ich ebenfalls, als in einer Buchhandlung eine ältere Frau nach dem neuen Buch von Frau (Andrea) Camilleri fragte, die sie so gern lese. https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Camilleri Andrea ist in Italien die männliche Form vom deutschen Andreas, genauso wie Gabriele (Gabriela weiblich), Simone (dt. Simon) und manche andere Namen auf A: Mattia, Luca, Nicola (hier Betonung stark auf O). Ein krasses Beispiel dieser Verwechslungen ist das hier: https://www.youtube.com/watch?v=3Xqilt87frc Das Lied Andrea von Fabrizio de André wurde damals in Deutschland viel berühmter als in Italien. Warum? Während die meisten Deutschen dachten, es handle sich um eine unverfängliche Liebesballade für eine Frau (die Andrea halt), ging es eigentlich um einen homosexuellen Soldaten, dessen Freund in den Schützengräben des 1. Weltkrieges irgendwo im Gebirgskampf getötet wird und dessen Trauer darüber. Dieses Lied war also hochpolitisch und sehr intelektuell, wie die meisten seiner Lieder (aber daher nicht gerade massentauglich). Etwas anders liegen dagegen die Dinge bei “La canzone die Marinella“ (Das Lied der Marinella; auch ein Liebeswalzer genannt). Klingt auch unverfänglich? Ist es auch nicht- trotz des echten Frauennamen. Es handelt sehr wahrscheinlich von einem ungelösten Mord an einer Prostituierten in den 50ern.

    P.S. Übrigens: Ich hab mir von Anfang an gedacht, dass du ein Mädel bist. Aber wenn du deine Seite ein wenig anders aufgemacht hättest, deinen Schreibstil absichtlich verändert hättest (allerdings kann ich dir nicht exakt sagen wie genau), glaube ich, dass du mich hättest täuschen können 😉 Ich glaube, dass es viel öfter egal ist, als wir (tatsächlich) denken. Aber man kann es meistens schon intuitiv erkennen 😉 Außerdem bin ich überzeugt, dass man durch das Schreiben noch so viel mehr über den /die AutorIn lernen kann. Ist er/sie eher besonnen? Oder cholerisch (meistens polemische Sprache)? Analytisch? Emotional? Konkret? Abestrakt? Geistig flexibel? Das ist alles ziemlich spannend. Fazit: Der Schreibstil kann viel verraten – aber durchaus auch in die Irre führen. Doch eigentlich ist ja das schöne, dass man beim Schreiben nur Tintenkleckse oder Bits hinterlässt, die nur in ihrer Zusammenstellung Sinn ergeben. Letzten Endes ist es auch egal- deine Blogeinträge sind super, und das zählt doch 🙂

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    • Danke für das Kompliment! Tatsächlich hatte ich selbst auch schon eine Situation, in der ich einen Namen falsch gedeutet habe. Es war in der Grundschule und wir sollten den neu eingeschulten Erstklässlern ihre Schultüten überreichen. Eine Woche zuvor durften wir uns aussuchen, welchen Namen wir aufrufen wollten. Mir war nur wichtig, dass ich ein Mädchen bekam. Die Lehrerin hat zuerst die Jungen uns zugeteilt, dann die Mädchen. Ich sollte das Kind mit dem Namen Jordan aufrufen. Als mir dann an dem besagten Tag ein Junge gegenüber trat, war ich schon ein wenig erstaunt. Einfach weil ich das überhaupt nicht erwartet hatte. Meine Lehrerin war im übrigen genauso erstaunt. 😀

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  2. So bewusst habe ich mir dazu noch gar nie Gedanken gemacht. Ob nun männlich oder weiblich, das finde ich nicht so wichtig. Wichtig ist, was und wie es gesagt wird. Dein Schreibstil hat etwas feminines, das erkennt man schon gut. Aber ehrlich gesagt würde ich nie auf die Idee kommen, da wirklich nachzufragen ^^
    Jeder geht mit der Öffentlichkeit der Gedanken anders um. Wenn du deinen Namen nicht nennen möchtest, dann ist das völlig in Ordnung. Im Internet gibt es einen Haufen Trolle, die sich ihre hämischen und unnötigen Kommentare nicht sparen können, sondern einfach nur Frust abladen wollen. Denen muss man nicht unbedingt mehr Angriffsfläche geben und ein Name macht alles persönlich.
    Wie du ja sicherlich weißt, halte ich das ganz offen. Mir ist es egal, wer meine Gedanken sieht. Eigentlich handle ich grundsätzlich nach dem Credo, dass mir niemand etwas abkann, wenn sowieso alle alles über mich wissen. Ich habe nichts zu verstecken und ich schäme mich nicht für meine Ansichten und wenn alle wissen, dass ich schnarche, dann ist das auch keine Sensation mehr. 🙂 Wie das Smamap schon so treffend gesagt hat: Authentizität ist das Wichtigste.
    Mein Freund weiß von dem Blog, liest aber nicht mit, meine Familie ist an so etwas so uninteressiert, dass das Thema noch nie aufkam. Ein Bekannter aus der Arbeit weiß davon, dem habe ich selbst die URL gegeben und das geht okay. Ansonsten erzähle ich nicht direkt davon, wenn die Sprache drauf kommt, okay, und sonst halt nicht. 🙂

    Schöne Weihnachten und Feiertage wünsche ich dir, liebe moteens!

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    • Danke für deine ausführliche Antwort! Ich stimme vollkommen mit dir überein. Um ehrlich zu sein bin ich total froh, dass sich noch kein Trottel auf meinen Blog verirrt hat und wenn, dann hat er sich gut getarnt 😀
      Allgemein finde ich es auch hier bei WordPress so schätzenswert, dass alles sehr persönlich ist und nicht so oberflächlich, wie auf manch anderer Plattform im Internet.
      Ich wünsche dir auch ein frohes Weihnachtsfest und einfach Glückseligkeit!
      Liebste Weihnachtsgrüße,
      moteens

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  3. Auch ich versuche mir immer vorzustellen, wer sich wohl hinter dem Blog verbirgt. Insbesondere ob Weiblein oder Männlein. In deinem Fall hatte ich bisher keine Meinung, weil ich deinen Blog erst kurz kenne.
    Ich finde, es macht einen Unterschied, denn Frauen sehen die Welt meist etwas sanfter und einfühlsamer, was mir mehr entgegenkommt.
    Ich bin auch der Meinung, dass wir wesentlich weiter wären, wenn Frauen die Welt regieren würden (aber das ist jetzt ein anderes Thema).
    Auch ich schreibe mit Pseudonym: Smamap. Das hat eine bestimmte Bedeutung, aber es reicht, wenn ich das weiss. Meinen Namen hab ich auch nicht preis gegeben. Ich hab da, an anderer Stelle, so meine Erfahrungen gemacht. Damit sich jemand eine Vorstellung machen kann, wer hinter „Smamap“ steht, hab ich anfänglich ein Bild von mir reingesetzt. Das hat damit zu tun, dass ein Bild, meiner Meinung nach, sehr viel mehr über einen Menschen sagt, als alles andere.

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    • Wahrscheinlich hast du Recht, wenn du sagst, dass Frauen einfühlsamer sind, einfach mehr Fingerspitzengefühl haben. Obwohl man das natürlich auch nicht verallgemeinern kann und sollte.
      Spannend, was du so über Deinen Blog erzählt hast, zumal das bei mir recht ähnlich ist.
      Ich denke, dass die Texte an sich schon genug aussagen und man dafür gar nicht zwangsläufig das Bild der Person, die hinter diesen Texten steht, braucht. Der Inhalt verändert sich ja nicht. Weiß Dein Umfeld denn von Smamap?
      Liebe Grüße und schöne, besinnliche Weihnachten wünsche ich Dir!
      moteens

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  4. Also, ich schätze erst gar nicht. Jeder Mensch ist besonders und das Leben hat so viele spannende Türen. Am Schreibstil kann man einiges erkennen, aber auch vieles falsch.
    Von meinem Blog, wissen einige Freunde, paar Arbeitskollegen (die den Blog aber noch nie gesehen haben) und meine Familie eher nicht.

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