Angst und Schrecken…

Ein Gefühl von Fassungslosigkeit, Trauer und Angst macht sich breit. Die Angst ist definitiv am Stärksten von allen. Man verfällt in Trance und vergisst alles um sich herum. Denn alles erscheint unwichtiger. Unbedeutender. Und langsam schleicht sich noch ein Gefühl ein. Das Gefühl der Machtlosigkeit. Erst ist es nur zu erahnen, dann weitet es sich in sekundenschnelle aus. Und diese Machtlosigkeit verstärkt alle anderen Gefühle. Vor allem und ganz besonders die Angst. Und damit überschattet diese alles.

Letzte Woche diskutierten wir in unserer Klasse darüber, in welches Land wir, im Rahmen unserer Klassenreise, fahren wollen. Eigentlich stand Istanbul als Ziel schon fest, allerdings wurde dieses Reiseziel ausgeschlossen. Einige hatten Bedenken wegen der Sicherheit. Ich auch. Nun standen mehrere Länder in Frage. Eines davon war Paris. Da kam keiner auf die Idee Angst haben zu müssen. Und zwei Tage später das. Terroranschläge in Paris. Hunderte Tote. Allein bei diesem Gedanken steigen mir die Tränen in die Augen. Ich bin so fassungslos. Alle sprechen von Frieden und doch holt uns der Terror immer wieder ein. Wo ist man wirklich sicher vor dem Terror? Meine Mutter hat heute am Frühstückstisch gesagt, dass man früher überall hinkonnte, ohne sich Sorgen wegen der Sicherheit machen zu müssen. Und heute? Wie viele Länder scheinen heute noch sicher, gefahrenlos? Natürlich ist man nie und nirgendswo zu Hundert Prozent sicher. Ein gewisses Sicherheitsrisiko ist immer vorhanden. Aber dieses Sicherheitsrisiko ist in so vielen Ländern rapide angestiegen. Und langsam frage ich mich, wie es in naher Zukunft aussehen soll. Ich habe Angst. Und weiß noch nicht einmal, vor wem überhaupt. Ich weiß einzig und allein wovor. Vor Terror und Verlust. Vor dem Verlust von Menschen und einer Heimat. Einer Heimat, die mir Sicherheit und Geborgenheit bietet. Auf Facebook haben viele meiner Freunde Hashtags und Bilder geteilt, die ihr Mitgefühl ausdrücken sollen. Eine wirklich schöne Geste. Aber ändern tut sie nichts. Aber wer von diesen Menschen kann schon an dem Terror etwas ändern? Jene sind genauso unschuldig, wie die zahlreichen Opfer. Diese mitfühlenden Botschaften entstehen zum Teil aus Machtlosigkeit und aus dem Willen wieder etwas gut zu machen. Aber das kann man nicht. Tot ist tot. Leider.

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10 Gedanken zu “Angst und Schrecken…

  1. Noch schlimmer als das Gefühl der Angst und Hilflosigkeit, sich davor nicht schützen zu können, ist für mich die Empfindung der totalen Ratlosigkeit. Warum? Es gibt keine Antwort auf diese Fragen, weder rational noch emotional. Es gibt keine Erklärungen, kein Prinzip der Ursache und Wirkung, da ist nichts. Das ist so wie im 30 jährigen Krieg, wo einfach irgendwelche irren Kriegsherren marodierend durch die Lande zogen (das gibt es heute auch noch, es heißt nur warlords). Und so spiegelt sich- wieder einmal- im kleinen und im Großen, das Leben wider:

    “Ich leb und waiß nit wie lang,
    ich stirb und waiß nit wann,
    ich far und waiß nit wahin,
    mich wundert das ich frölich bin.“
    zugeschrieben Martinus von Biberach

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    • Da geht es mir genau so wie dir! Dadurch, dass man selbst oft nicht die richtige Antwort auf viele Fragen kennt, weil es sie eben nicht gibt, kann man sich auch nicht positionieren. Oder besser gesagt seine Gefühle. Man weiß nicht wie man denken oder handeln soll und wen oder was man kritisieren oder unterstützen kann. Ich weiß lediglich, dass diese Ratlosigkeit ein schlimmes Gefühl in mir verursacht.

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      • Ich finde, sie sind verworrener geworden. “Es ist eine schlimme Welt geworden“ halte ich aber für Augenwischerei und Verklärung. Als ob früher alles besser gewesen wäre! Vor 75 Jahren sind in Paris die Panzer der Deutschen gestanden und die Soldaten auf de Avenue Foch einmarschiert. Vor 25 Jahren war Deutschland im Kreuzfeuer das Interessengebiet zweier Weltmächte gestanden- Aber gerade das sollte uns doch die Hoffnung geben, dass die die Dinge sich zum Guten wenden können. Jetzt haben wir einen Grund zu trauern, aber nur einer unter vielen. “That´s just the way ist is, things will never be the same…“

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      • Ich meine damit keinesfalls, dass früher alles besser war. Algemein halte ich diese Aussage für utopisch, denn was ist schon besser? Allerdings habe ich mich mit der Situation vor zwei Jahren beispielsweise in Deutschland besser gefühlt. Ich hatte ein Gefühl von Sicherheit, was neuerdings oftmals der Angst und Ungewissheit weichen muss. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich vor zwei Jahren noch nicht ganz so viel von der Politik mitbekommen habe. Ich weiß es nicht. Mit dem Satz habe ich lediglich versucht meine Gedanken zu dem Thema zu beschreiben. Sie sind nicht generell bezogen, sondern lediglich auf meine Gefühle.
        Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende!

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  2. Hallo.
    Angst ist ein ganz schlimmes Gefühl, besonders wenn es mit dem Gefühl von Machtlosigkeit gekoppelt ist. In unserer Kultur ist das oft schon in der Kindheit gesetzt worden. Bei mir war das erstmals spürbar und sehr präsent, als ich eingeschult wurde. Die ersten Schuljahre waren schlimm. Zu der Zeit wurde in Schulen noch geschlagen… Eine fast unglaubliche Erlösung bedeutete für mich der Wechsel zum Gymnasium… Doch das Gespür für diese Angst ist geblieben. Zuletzt war das, als ich in Hartz IV fiel. – Die gleiche Angst, die gleiche Ohnmacht… Und Angesichts des Terrors ist dieses Gefühl „globalisiert“. Es gibt keinen Ort der Sicherheit – nirgendwo… Es ist schwer, sich daraus zu lösen und es lähmt. Manchmal wünscht man sich den großen Knall und das alles vorbei ist. Mitunter denkt man auch an den kleinen Knall – umbringen, sich einfach umbringen; dann ist es auch vorbei… Doch ich lebe jetzt; es wird möglicherweise einen Sinn geben, den ich nicht erkenne. – Und so versuche ich ganz im Kleinen das zu geben, was ich mir für mich wünsche: Freundlichkeit, Dankbarkeit, Hilfe, Geborgenheit und Liebe. – Und das nicht nur menschenbezogen. Ich freue mich über die kleine Natur um mich herum und tue etwas dafür. Ich entsorge hier und da Müll, den man überall, wild hingeworfen findet (Plastik, leere Flaschen). Ich füttere die Vögel und freue mich über deren Freude. Ich gehe hinaus und versuche mich über alles zu freuen, was schön ist.
    Und ich freue mich über meine Wohnung, das Essen, den Kaffee und alles, was mein Leben lebenswerter macht.
    – Nach dem Krieg gab es in Deutschland die sogenannten „Trümmerfrauen“, die Ziegelsteine sammelten, um irgendwo anzufangen und wiederaufzubauen. – So etwas ähnliches braucht die Welt heute auch…
    Wir brauchen „Ziegelsteine“ für eine bessere Welt….

    Liebe Grüße,
    Frank

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