Diskutieren mit alten Menschen…

Zuerst möchte ich klarstellen, dass ich nichts verallgemeinern möchte. Ich gebe nur das wieder, was ich alltäglich wahrnehme.
Ich liebe es zu diskutieren oder zu debattieren. Es ist für mich unglaublich, was man alles mit Worten erreichen kann und was die Ausdrucksweise bewirkt.
Beim Diskutieren ist es wichtig, dass man sich Denkfehler eingestehen kann. Ich gebe zu, dass auch mir das manchmal schwerfällt. Mir ist aufgefallen, dass manche Menschen, gerade die Älteren, Denkweisen wie Gewohnheiten betrachten. Selbst wenn ganz offensichtlich ist, dass sie falsch liegen, wird die alte Denkweise beibehalten. Zu schwer zu ertragen wäre die Konsequenz, sich eingestehen zu müssen, dass man all die Jahre falsch gelegen hat.


Besonders gerne diskutiere ich über Politik. Sehr zum Leidtragen aller Beteiligten. Mir gefällt es, weil es nicht immer nur richtig oder falsch gibt. Ich würde sagen, dass ich dabei bin mir eine eigene Meinung zu bilden, was einige politischen Dinge betrifft. Beim Diskutieren werden immer alle Aspekte einer Sache beleuchtet, sodass es mir beim Meinungsbilden hilft. Daher schaue ich auch gerne Talkshows, obwohl da oftmals um den heißen Brei herum geredet wird. Wenn ich mit älteren Bekannten über Politik rede, dann sind die Diskussionen meist von Sturheit geprägt. Man wählt beispielsweise eine Partei, weil man sie eben schon immer gewählt hat. Eine andere Sache ist einfach so, weil es so ist. Und wenn jemand etwas dagegen sagt, dann wird das ignoriert. Die Denkweise ist dann so eingefahren, dass sie nicht mehr in eine andere Richtung gelenkt werden kann. Ich stelle es mir auch schwer vor nach der Hälfte seines Lebens plötzlich ganz anders zu denken. Bestimmte Denkweisen machen Menschen ja auch aus und wenige wollen sich im hohen Alter komplett verändern. Weder sich selbst, noch die eigene Denkweise.

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21 Gedanken zu “Diskutieren mit alten Menschen…

    • Es ist schwer, ich denke das ist noch einmal etwas anderes, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Alte Fehler sich einzugestehen ist schwer, allerdings ist es noch viel schwerer sich einzugestehen, dass man all die Jahre etwas Falsches gedacht hat, von etwas Falschem überzeugt war.

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      • Nicht wenige Menschen wären gerne selbstbewusster, souveräner im Auftreten, unabhängiger gegenüber der Meinung anderer, weniger schüchtern – kurz: selbstsicherer. Selbstbewusstsein, oder auch sein Synonym Selbstvertrauen, ist Ausdruck mentaler Stärke. Wer sie besitzt, geht in der Regel nicht nur gelassener mit Konflikten und Konfrontationen um, so jemand hat meist auch mehr Erfolg und ruht in sich selbst wie in einem faradayschen Käfig. Doch das ist nur die Oberfläche. Wer sein Selbstbewusstsein stärken will, muss tiefer gehen…

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      • Ich denke das hat nicht nur etwas mit Selbstbewusstsein zu tun, sondern eher mit der Fähigkeit sich eigene Fehler einzugestehen. Das eine schließt das andere nicht kategorisch aus, allerdings ist die eine Eigenschaft nicht selbstverständlich mit der andern verknüpft.

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  1. …“Was wollt Ihr eigentlich von mir; ich bin doch ein alter Sack!“ – Das habe ich bei einem Bildungsträger oft losgelassen, wenn ich die Teilnehmer, Leute unter fünfundzwanzig, wieder in Bewegung und zu mehr Selbständigkeit bringen wollte. Es zog immer: „Sie sind nicht alt!!!“ – „Wir machen ja schon!“ usw…

    …Sicherheit… Was habe ich mich darum schon bemüht! 😉 – Es gibt keine. – Und so wenig ist planbar.
    – Über Politik diskutieren? – Über welche denn? – Für mich ist der ganze Medienrummel Meinungsmache und Lenkungsstrategie. – Wenn man wissen möchte, wohin die Reise geht, fragt man sich zu Ereignissen und Entwicklungen besser: „Wem nutzt es?“ Da findet man andere Antworten. – Und da würde ich dann auch wieder diskutieren. 😉

    Und die neuen Medien? – Mir liegt das nur sehr bedingt. – Was ist; wenn der Mist einmal abschmiert; so richtig abschmiert?

    Mein Sicherheitsstreben hat mich vor nicht allzulanger Zeit dazu gebracht, ein Fachwerkhaus zu erwerben. Da wurde dann eine Wärmepumpe installiert; eine Solaranlage sollte her; es gab einen See in der Nähe, und, und, und… Ich hätte sehr viel mehr Geld gebraucht, um so autonom zu werden, wie ich das gewünscht hatte. – Und was kam da trotzdem noch an Abgaben und Steuern… – Und wer sagt denn, daß man nicht auch enteignet werden könnte. – Immerhin habe ich einiges durch die Aktion dazugelernt.

    Geistige Beweglichkeit ist für nicht abhängig von äußeren Dingen und Altern ist ein Prozess, wo in jeder Lebensphase andere Themen von persönlicher Wichtigkeit sind und die wollen gelebt werden. – Und das gilt für jedes Alter. – Kinder die frühzeitig lernen zu laufen, gehen meist automatisch noch einmal zurück in die Krabbelphase…

    Liebe Grüße,
    Frank

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    • Danke erst einmal für den ausführlichen Kommentar! Also allgemein fällt mir auf, dass ältere Menschen, dadurch, dass sie seit Jahren eine eigene Meinung haben, relativ beschränkt in Ihrer Sicht auf gewisse Dinge sind. Und meistens möchten diese Leute dann auch nicht mehr großartig diskutieren, weil sie sich in ihrer Meinung sicher sind. Natürlich gilt das nicht für alle, aber ich denke es ist normal, dass man beispielsweise keine großartigen Veränderungen in den letzten Lebensjahren möchte. Warum soll man sich einen Computer anschaffen, wenn man seit Jahrzehnten auch mit Papier und Stift zurechtkommt?
      Liebe Grüße,
      moteens

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      • Grins. Ich bin Rheinländer und ich habe etwa zehn Jahre in Berlin gelebt und drei Jahre in Frankfurt am Main; abgesehen von sehr vielen berufs- und ausbildungsbedingten Umzügen; das prägt ein wenig.
        Ich war in meiner Berufslaufbahn ein Jobnomade; das kann ich jetzt, mit zweiundsechzig, wohl schon behaupten. Ich habe das Arbeitsfeld im sozialen Bereich oft gewechselt. Bewegung macht beweglich.
        Marsberg gefällt mir gut und ich bin tatsächlich in einem Verein gelandet, der neben Bürgerhilfe, auch einen generationsübergreifenden Treffpunkt schaffen will.

        Liebe Grüße,
        Frank

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      • Die Ausnahme bestätigt die Regel oder wie sagt man so schön? Weil ich eben keinen eingreifen möchte, habe ich extra am Anfang des Textes deutlich gemacht, dass ich mir gar nicht anmaßen will, etwas allgemein zu beschreiben. Ich habe nur das aufgeschrieben, was mir in meinem persönlichen Umfeld aufgefallen ist, das es durchaus auch anders ist, will ich gar bunt ausschließen.
        Liebe Grüße,
        moteens

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    • Haha, ich denke, dass man das nicht an einen gewissen Alter festmachen kann. Man ist immer so alt wie man sich fühlt würde ich sagen. Allerdings würde ich meine Großeltern als „alt“ bezeichnen, obwohl meine eine Oma 20 Jahre jünger ist als mein über Opa. Ich denke das muss man auch irgendwie gewissermaßen in Relation sehen. Für meine Schwester bin ich auch irgendwie alt. 🙂

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  2. Ich glaube aber auch, dass gerade alte Menschen irgendwie ihr Leben sortiert haben möchten. Es irritiert sie, sich neu umzuorientieren. Dieses starre Festhalten gibt Sicherheit in einer sich für ihren Geschmack zu schnell ändernden Welt.

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