Man will, was man nicht hat…

Jeder von uns hat verschiedene Merkmale, die ihn in der Gesamtheit zu etwas Besonderem machen. Einzigartig. Äußerlich, ebenso wie innerlich. In letzter Zeit ist mir verstärkt aufgefallen, dass die meisten unzufrieden sind mit Dingen, die Andere wiederum bewundern. Eine Freundin von mir würde am liebsten rote, lockige Haare haben.


Sie hat schwarzes, glattes Haar. Andere beneiden sie um ihr Haar und wünschen sich ebendieses. Ich habe mich gefragt, warum man immer das haben will, was man nicht hat. Angekommen bin ich bei dem Schluss, dass jeder sich das, was er nicht hat, viel besser vorstellt, als es eigentlich ist. Außerdem werden nur die Vorteile in dem Unbekannten gesehen. Die roten Locken sind nur ein kleines Beispiel, was sich genauso auf größere Dinge übertragen lässt. Den Beruf, die Umgebung und das Umfeld beispielsweise.
Allerdings denke ich, dass man erst objektiv urteilen kann, wenn man selbst das hat, wonach man lange Zeit gestrebt hat. Erst dann nimmt man alle Facetten der neuartigen Sache wahr. Dazu gehören auch die negativen Erfahrungen, der Stress, der Kummer, der einem bereitet werden kann. In dem Fall der Locken eventuell, dass sie schwer zu bändigen sind. Da ich mit meinen glatten Haaren da nicht aus Erfahrungen sprechen kann, gebe ich einfach das Gehörte wieder.
Sind wir mal ehrlich. Selbst Personen, deren Leben wir gerne hätten, stehen morgens auch nicht immer sorgenfrei auf und sehen in ihrem Spiegelbild reinen Perfektionismus.

Den gibt es nämlich nicht. Wenn es so wäre, dann wäre es ja auch nicht mehr spannend. Was für den einen perfekt ist, ist für den anderen fehlerhaft. Jeder hat unterschiedliche Ansichten und Ideale, die sich im Laufe des Lebens durchaus verändern können. Und wenn wir etwas erreichen, wonach wir früher gestrebt haben, dann fällt uns etwas Neues ein, wonach wir wetteifern.
Natürlich soll jeder versuchen das zu bekommen, was er sich erträumt. Manchmal allerdings muss man sich auch mit dem zufrieden geben, was man bereits hat. Außerdem sollte man sich bewusst machen, dass  irgendwo in der weiten Welt da draußen sicherlich jemand existiert, der genau das haben will.

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14 Gedanken zu “Man will, was man nicht hat…

  1. Erinnert mich spontan an dieses Lied:

    Man gewöhnt sich an das, was man hat, aber nicht an das was man nicht hat. So kann das eine Projektion für unsere Träume und Wünsche bleiben. Ich erinnere mich an ein Bild, auf dem ein anderer Planet anstelle des Jupiters am Nachhimmel zu sehen war. Viele meinten daraufhin: “Von der Optik her wäre das so beeindruckend.“ Aber einer meinte: “Nach paar Tagen, Wochen vielleicht hätten sich alle schon daran gewöhnt. Nur ein paar Träumer würden nachts da hoch schauen und sich fragen, wie es aussähe, wenn stattdessen ein ganz kleiner Mond an dieser Stelle wäre…“

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    • Es ist wirklich schade, dass die meisten unzufrieden sind mit ihrem Aussehen. Da man das gegebenenfalls verändern kann, finde ich die wahre, innerliche Schönheit viel wichtiger. Die ist nämlich nicht vor der Natur gegeben, die muss man sich erst mal erarbeiten.
      Liebe Grüße,
      moteens

      Gefällt 2 Personen

  2. Ich musste jetzt schmunzeln über deinen Beitrag.
    Ich hatte eine sehr gute Freundin mit wunderbarem roten Haar.
    Sie hatte geradezu eine Löwenmähne – mochte sie aber nicht.
    Ich habe blondes Haar und fand das nie besonders. Andere
    färben sich die Haare extra blond – Ist schon lustig. 😉

    Nein, den Perfektionismus gibt es nicht und mit Äußerlichkeiten
    hat er schon gar nichts zu tun – was nützt mir ein hübsches Model,
    wenn es strohdumm ist. Ich würde Klugheit immer der Schönheit
    vorziehen. Schönheit vergeht, Klugheit wird wachsen. Die
    innere Schönheit zählt doch. Das haben heute die
    meisten Menschen leider schon vergessen. 😉
    ( oder noch nie gewusst )

    Gefällt 3 Personen

    • Da stimme ich dir vollkommen zu. Bei mir ist es auch so, dass ich einen Menschen erst einmal kennenlernen muss um ihn „schön“ zu finden. Natürlich kann man nach dem ersten Eindruck das Äußerliche bewerten, aber das Innere kommt nur langsam zum Vorschein. Ich habe schon oft erlebt, dass ich jemanden anfangs hübsch fand und nach näherem kennenlernen ist dieser Eindruck verblasst weil ich den Charakter bojt mochte. Anders herum strahlt toller Charakter so viel positives aus, dass der Mensch gleich viel schöner wahrgenommen wird.
      Liebe Grüße,
      moteens

      Gefällt 2 Personen

      • Oh geht es noch anderen Leuten wie mir? Ich finde nämlich automatisch alle Leute sehr hübsch / schön, die ich mag. Die meisten Leute verstehen das nicht. Sie interessierten sich für Hollywoodideale …
        Ich hätte übrigens gerne alle Haarfarben. Aber DAS geht wirklich nicht. Man kann halt nur eine haben. Meine mag ich auch sehr gerne. Habe Sue auch nie gefärbt, weil mir nur das echte gefällt. Ich freue mich also und gleichzeitig bin ich enttäuscht über die anderen Farben die ich verpasse 😉

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      • Das ist auch mal eine neue Sichtweise! Alles wollen aber auch so zufrieden sein. Also alle meine Freunde sind für mich hübsch. Allgemein bezieht sich Schönheit für mich nicht nur auf das Äußere. Es kann jemand noch so hübsch sein vom Äußerlichen – wenn ich diese Person nicht mag, dann würde ich diese nie als „hübsch“ bezeichnen.

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