Schlechte Nachrichten im Urlaub…

Die letzte Woche war ich an der Ostsee und habe dort Urlaub gemacht. Da meine Mutter nicht mitgekommen ist, habe ich täglich mit ihr telefoniert. Nach etwa drei Tagen merkte ich am Telefon, das etwas anders war als sonst war. Irgendwie klang sie merkwürdig, traurig. Natürlich habe ich nachgefragt was mit ihr los sei, mehrmals. Immer hat sie beteuert, dass es ihr gut ginge. Das Auto sei nur kaputt und deshalb sei sie gestresst. Obwohl mir mein Gefühl sagte, dass das nicht die ganze Wahrheit war, habe ich mich der Ausrede zufrieden gestellt. Gestern bin ich dann abends nach Hause gekommen und habe erfahren, dass meine Mutter einen Autounfall hatte. Nicht selbstverschuldet. Obwohl das Auto komplett hinüber ist, hatte sie wohl einen Schutzengel und ist lediglich mit ein paar Kratzern davongekommen.
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Ich fragte sie mehrmals, warum sie denn nichts gesagt hatte. Sie war der Meinung, dass meine Schwester und ich eh nichts hätten machen können und uns nur unnötig gesorgt hätten. So hatte ich mich auch gesorgt, denke ich jetzt. Gestern Abend, kurz vor dem Einschlafen, erinnerte ich mich an eine ähnliche Situation. Ich war mit meiner Schwester und meinen Eltern im Urlaub. Meine Oma hat sich in der Zeit um den Hund gekümmert und ihn zu sich genommen. Als sie mit ihm spazieren ging, sah er auf der anderen Straßenseite einen anderen Hund und lief über die Straße. Meine Oma wollte die Leine nicht loslassen, war aber auch nicht stark genug. Meine Oma krachte auf die Windschutzscheibe eines vorbeifahrenden Autos. Sie musste eine neue Hüfte bekommen, der Hund kam unbeschadet davon. Da meine Oma sofort ins Krankenhaus musste, der Hund aber nicht mitdurfte, erklärte sich ein Nachbar bereit den Hund zu nehmen. Das ganze geschah übrigens an Silvester. Der Nachbar, selbst ein Hundebesitzer, ließ unseren Hund frei laufen, obwohl meine Oma ihn darum gebeten hatte ihn an der Leine zu behalten. Die Feuerwerke verschreckten unseren Hund so, dass er weglief. Einen Tag später ging ein Anruf bei der Polizei ein, dass in einem Garten ein Hund in einem Karton sitze. Ein Bein würde daneben liegen. Derjenige, der den Hund angefahren hat, hat Fahrerflucht ergriffen und den Hund in einen Karton in einen Garten gestellt, anstatt Hilfe zu holen. Wenn ich an solche grausamen Menschen denke, wird mir ganz schlecht.
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Das Bein konnte zum Glück wieder dran operiert werden und dem Hund geht es jetzt wieder komplett gut. Aber ich persönlich könnte überhaupt nicht mit dem Gedanken leben ein Tier verletzt zu haben und es dann total hilflos zurückgelassen zu haben.
Solche Menschen haben wirklich gar keine Skrupel.
Als wir aus dem Urlaub dann zurückgekehrt sind und erfahren haben, dass unsere Oma im Krankenhaus liegt und der Hund beim Arzt ist, konnten wir, vor allem meine Mutter, gar nicht fassen, dass unsere Oma uns nicht kontaktiert hat. Sie sagte, dass sie uns nicht den Urlaub hatte verderben wollen.
Keine Ahnung, wie ich an der Stelle meiner Oma oder meiner Mutter reagiert hätte, ich denke dass ich Bescheid gesagt hätte, wenigstens, dass im Fall meiner Mutter nichts passiert ist. Ich bin ehrlich gesagt hin uns her gerissen, weil das so eine schwierige Entscheidung ist. Was denkt ihr? Hättet ihr euren Verwandten/Freunden im Urlaub Bescheid gesagt?

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13 Gedanken zu “Schlechte Nachrichten im Urlaub…

  1. Pingback: Hund weg… | moteens

  2. Ich hoffe du und und natürlich auch deine Mütter erholt euch bald von den Schreck :vorbei ist .wichtigen punkt keine und nochmals keine seelisch schaden oder engste bleibt ,,,,toi toi toi

    I hope you and your mother, and of course you soon recovered from the shock: by .wichtigen point is no and again no harm mentally or narrowest remains,,,, toi toi toi

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  3. Mir ist etwas ähnliches passiert, vor ca. zwei Jahren. Meine Mam hatte auch einen Autounfall, ähnlich wie bei dir, nicht selbstverschuldet und vollkommen unverletzt. Erwähnt hat sie das aber in einem Nebensatz erst etwas später und ich konnte es gar nicht fassen, dass sie so etwas wichtiges so schnell abgetan hatte. Wenn ich heute darüber nachdenke, kann ich es aber auch ein wenig mehr verstehen. Vermutlich wollte sie mich einfach beschützen und nicht unnötig aufregen – ob ich das selbst auch so machen würde? Ich weiß es ehrlich gesagt echt nicht.
    Du schreibst sehr schön!:)

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    • Danke erst einmal für deinen lieben Kommentar! Wie alt warst du denn? Zum Glück ist deiner Mutter auch nichts passiert. Wenn mir so etwas ähnliches passiert, würde ich das glaube ich von dem Alter meiner Kinder und der allgemeinen Situation abhängig machen.
      Liebe Grüße moteens

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  4. Whoa du, das sind ja mal heftige Sachen! Gott sei Dank geht es deiner Mom gut und auch der Oma und dem Hund wieder. Geschichten, die das Leben schreibt, nur in diesem Fall definitiv Horrorgeschichten! Da kribbeln bei mir gleich die Fußsohlen, wenn ich das nur lese.
    Meine Mama hatte auch mal so eine Sache, als ich mit Papa in Urlaub war (sie kam da nie mit, die Katzen und jetzt bin ich zu alt *hust*). Sie hatte eine riesige eitrige Beule am Hals, direkt neben der Schlagader und der Nachbar, der sich bereit erklärt hatte, sich um sie zu kümmern, wenn das herausgeschnitten war, der war dann total aufdringlich und wollte sie belästigen. Sie musste sogar die Polizei rufen. Am Abend, als wir telefoniert hatten, ging es mir genau so wie dir: sie war ganz komisch und ich habe gespürt, dass da was faul ist. Zuerst wollte sie nicht mit der Sache herausrücken, eben wegen unserem Urlaub und Alles, hat es mir dann aber doch gleich erzählt. Klar sind Dad und ich erst mal durch die Decke gegangen und wollten sofort zurückfahren (und dem Nachbarn eine rein hauen), aber sie beteuerte dann, dass es ihr gut geht und ein anderer Nachbar da jetzt ein Auge drauf haben würde. Da waren wir soweit wieder beruhigt, dass wir doch noch die restlichen vier Tage geblieben sind. Der Arsch-Nachbar hat aber doch noch sein Fett abbekommen.

    Ich finde es also schon gut, wenn man bei solchen Vorkommnissen was sagt. Es muss ja nicht wegen jedem kleinen Aufreger sein, aber so große Sachen? Ich selbst hätte da schon gerne meine Familie um mich rum, zum Kopf betätscheln und trösten lassen. So egoistisch wäre ich wohl. Also, sie müssten klar nicht gleich den Urlaub abbrechen, aber so eine Stunde oder Zwei am Telefon mit ein bisschen Mimimi und Gewinsle finde ich nicht verkehrt. Und Mimimi ist gut für die Seele und Mamas und Omas haben das auch verdient, nicht nur Kinder.

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    • Vielen Dank für deine Ehrlichkeit und dass du die kleine Geschichte von deiner Mutter erzählt hast! Ich muss dir total zustimmen. Als ich meine Mutter angerufen habe, stand sie gerade unter Schock und war vollgepumpt mit Beruhigungsmitteln. Wahrscheinlich war es ein Mutterinstinkt, dass sie meine Schwester und mich vor der schlechten Nachricht schützen wollte und deshalb so oft beteuerte, dass alles gut sei. Wenn ich selber erwachsen bin und Kinder habe, dann würde ich wahrscheinlich den erwachsenen Teil meiner Familie im Urlaub anrufen. Bei meinen Kindern wäre das auch etwas kritischer. Obwohl meine Schwester und ich natürlich nicht mehr klein sind und denken die Welt bestünde aus einem einzigen rosaroten Regenbogen, würde ich als Mutter glaube ich auch meine Kinder schützen wollen. Gerade wenn ich unter Schock stehen würde. Wenn ich jetzt dran denke, dass ich sie noch nach einem Rezept gefragt habe und ihr total banale Dinge erzählt habe – absurd.

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      • Hmm, naja. Wie fühlst du dich denn jetzt selbst, wo du es hinterher erfahren hast? Bist du dafür dankbar, dass sie es dir nicht gesagt hat, oder hättest du es dir schon gewünscht?

        Ich selbst würde es meinen Kindern vermutlich schon sagen, solange sie über die 15 Jahre hinaus sind. Das ist für mich so das Alter, wo sie ruhig auch mal den Ernst des Lebens mitbekommen dürfen. Natürlich behutsam und mit viel Beschwichtigung, aber wer in einem Jahr Bier kaufen will und vermutlich schon heimlich raucht (wenn sie nach mir kommen), der muss auch lernen, mit den unschönen Dingen zurecht zu kommen. Aber das behaupte ich jetzt… Vermutlich wird das in der Realität mal ganz anders aussehen. ^^

        Der Schock ist schon nicht zu verachten, da hast du recht. Ich bekomme das ja auch oft in der Bereitschaft beim roten Kreuz mit. Von logischem Denken ist man da ganz weit weg. Wie gesagt, ich bin sehr froh, dass es deiner Mom wieder gut geht und ich drücke ihr ganz fest die Daumen, dass sie keine Angst hat, wenn sie wieder ins Auto sitzt! Das ist ja dann der nächste Schritt. =)

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